Aktionswoche Ethical Fashion – Eine Woche im Zeichen “Sauberer Kleidung”

May 4, 2011 by     No Comments    Posted under: Fairer Handel Aktuelles, Kleidung

Aktionswoche Ethical FashionAm 3. Mai fand im Rahmen der Aktionswoche Ethical Fashion ein Vortrag sowie eine Podiumsdiskussion zu Problemen der globalen Bekleidungsindustrie an der Universität Mainz statt. Kompetente Persönlichkeiten nahmen an dieser Veranstaltung teil, darunter Christiane Schnura, Koordinatorin der Kampagne für Saubere Kleidung sowie Alexandra Perschau vom “Pestizid Aktionsnetzwerk”. Kirsten Brodde, Journalistin und Autorin des Sachbuches “Saubere Sachen” konnte wegen Krankheit leider nicht teilnehmen…

…daher übernahmen Christiane Schnura und Alexandra Perschau den Part von Kirsten Brodde und hielten zwei kurze Vorträge zu den sozialen und ökologischen Problemen der globalen textilen Produktionskette. Zunächst erläuterte Alexandra Perschau als jahrelange Fürsprecherin von Bio-Baumwolle, die ökologischen und sozialen Konsequenzen des konventionellen Baumwoll-Anbaus. Danach ließ Christiane Schnura eine Näherin aus Bangladesh “zu Wort kommen”, indem sie einen kurzen Text vorlas, der als exemplarisches Beispiel für die Erfahrungen all der Frauen stand, die weltweit unter menschenunwürdigen Bedingungen Kleidung für den Markt der Industrieländer nähen. Denn es sind vor allem diese Länder bzw. die Konzerne, die diese Märke bedienen, welche die Arbeitsbedingungen der Arbeiter bedingen. Dies wurde aus den weiteren Ausführungen von Christiane Schnura deutlich, die darauf aufmerksam machte, wie groß die Konkurrenz der Lieferanten durch die globale Vernetzung untereinander ist, so dass sie sich gegenseitig unterbieten müssen und wie knapp die Liefertermine sind, die von den Konzernen vorgegeben sind. Dies wird wiederum durch die schnell wechselnden Kollektionen bedingt, die bei den großen Modeketten wie H&M sowie Zara so ziemlich jeden Monat neu herausgegeben werden. Daraus ergibt sich, dass sich die vorgegebene Produktionszeit auf bis zu gerade mal 10 Tage verkürzt. In diesem Zeitraum müssen die Näherinnen die Arbeit abschießen, egal wie lange es dauert.
Im Anschluss an die beiden Vorträge fand dann einen Podiumsdiskussion statt, die von Prof. Dr. Hamburger von der Universität Mainz moderiert wurde und an der auch Sascha Klemz, einer der Geschäftsführer von “zündstoff” aus Freiburg, teilnahm. “zündstoff” war einer der Pioniere, der als Einzelhändler fair gehandelte Kleidung anbot. Neben einem Laden in Freiburg unterhält das Unternehmen einen Online-Shop, in dem es neben selbst importierter Kleidung von einer Kooperative in Nicaragua auch Klamotten anderer fairer Marken anbietet. In der anschließenden Diskussionen wurden einige Aspekte der vorangegangen Vorträge vertieft sowie Fragen des Publikums beantwortet.
Es wurde deutlich, dass sowohl das Bewusstsein der großen Unternehmen als auch das der Konsumenten für die ökologischen und sozialen Konsequenzen der globalen Bekleidungsindustrie in den letzten zehn Jahren sehr stark zugenommen haben. Allerdings bedurfte es und bedarf es nachwievor großer Anstrengungen sowie enormen Engagements einen Wandel herbeizuführen. Dies konnte und kann nur durch die vielen kleinen Akteure wie faire Unternehmen, NGOs, Vereine sowie Privatpersonen erreicht werden. Denn noch immer ist nicht der Punkt erreicht, an dem man alle Stationen der Produktionskette zu einer ethisch vertretbaren alternativen Lösung zusammengeführt wurden.
Vor allem müssen sich aber auch die Konsumenten ihres Konsumverhaltens sowie ihrer Marktmacht bewusster werden. Dabei geht es nicht darum, nur noch fair gehandelte Kleidung zu kaufen, sondern einfach bewusster zu kaufen und die eigenen Einkaufsmuster sowie das Konsumverhalten zu überdenken.

Eine Frage, die zum Schluss außerdem aufgeworfen wurde, war natürlich, wo man faire Kleidung bzw. Kleidung aus zertifizierter Bio-Baumwolle findet. Hier gibt es mittlerweile eine Vielzahl von Online-Shops, die zeigen, wie vielseitig der Markt für Faire Kleidung mittlerweile geworden ist.

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