Faire Teevielfalt – Kleine Teekunde

May 27, 2011 by     1 Comment    Posted under: China, Fairer Handel Allgemein, Indien, ShopsAusTopMenu, Sri Lanka, Tee

Alle Teesorten, die es im konventionellen Handel gibt, kann man auch fair gehandelt kaufen. Jede Sorte hat ihren ganz besonderen Geschmack, der sich aus dem Anbauort, dem Blattgrad sowie der Erntezeit ergibt. Hierzu gibt es ganz spezifische Begriffe bzw. Abkürzungen…

Aus diesen Abkürzungen gehen Produktions- und Aussiebungenbezeichnungen hervor, die je nach Produktionsgebiet unterschiedliche Bedeutungen haben. Grundsätzlich gilt, dass Tee um so ergiebiger ist, je stärker das Blatt gebrochen ist. Dies sagt allerdings noch nichts über die Qualität aus. Hierfür müssen weitere Aspekte betrachtet werden.


Die Blattgrade von groß nach klein

Blatt-Tees

FOP: Flowery Orange Pekoe
(Bei Darjeeling auch als Golden Flowery Orange Pekoe (GFOP) oder Tippy Golden Flowery Orange Pekoe (TGFOP) bezeichnet.)
OP: Orange Pekoe
P/FP: Pekoe/Flowery Pekoe
PS/S: Pekoe/Pekoe-Souchong

  • Als Golden Tips werden die obersten Blattknospenspitzen bezeichnet. Tips im allgemeinen sind Blattspitzen junger Teeblätter, die einen feinen Flaum aufweisen. Sie verfärben sich beim Fermentieren nicht dunkel und werden beim Trocknen hellbraun.
  • Flowery Orange Pekoe ist ein noch nicht voll entwickeltes Spitzenblatt. Der Aufguss ist etwas golden und dünn, aber durchaus aromatisch.
  • Das daruntersitzende, zweite Blatt der Teepflanze nennt sich Pekoe und das dritte Blatt, welches schon gröber ist, wird als Pekoe-Souchong bezeichnet. Pekoes sind im Aufguss kräftiger als Orange Pekoes; Souchong ergeben dagegen auf Grund der gröberen Qualität einen dünnen Aufguss.

Broken-Tees

Bei Broken-Tees werden die Teeblätter bei der weiteren mechanischen Verarbeitung gebrochen, also zerkleinert.

FBOP: Flowery Broken Orange Pekoe
(Bei Darjeeling auch als Golden Flowery Broken Orange Pekoe (GFBOP) oder Tippy Golden Broken Orange Pekoe (TGBOP) bezeichnet.)
BOP: Broken Orange Pekoe
BP: Broken Pekoe
BPS: Broken Pekoe Souchong (meistens die Bezeichnung des Pekoes in Assam und Darjeeling)
Finest Brokens: Mischung verschiedener Broken-Grade

  • Flowery Broken Orange Pekoes bestehen aus sauber gearbeiten und gut gerollten Blättern mit vielen Tips. Sie sind die feinsten und aromatischsten Sortierungen unter den Broken-Tees und sind entsprechend teuer.
  • Broken Orange Pekoes enthalten weniger Tips und sind ergiebiger als FBOPs. Sie werden zumeist in Südindien, Sri Lanka, China und Java hergestellt.
  • Broken Pekoes entstehen durch das Zerkleinern der gröbsten Blätter mit einer Schneidemaschine. Diese Sortierug enthält viele Blattrippen und ist relativ dünn im Aufguss.

Fannings-Grade

Fannings entstehen beim Aussieben der Broken-Grade. Man verwendet sie vor allem in Teebeutel-Mischungen.

OF: Orange Fannings
(Bei Darjeeling auch als Golden Flowery Orange Fannings (GFOF) oder Broken Orange Pekoe Fannings (BOPF) bezeichnet.)
PF: Pekoe Fannings
F/Fngs: Fannings
D/PD: Dust/Pekoe Dust

Orange Fannings sowie Broken Orange Pekoe Fannings haben insbesondere bei Hochland-Tees ein hervorragendes Aroma. Sie ergeben schon nach kurzer Ziehzeit ein kräftiges Aroma.

Grundsätzliches

  • “Orange” ist eine Qualitätsbezeichnung, die von “Oranje”, dem Namen des holländischen Köngishauses, stammt. Sie wurde während der Kolonialzeit geprägt.
  • “Pekoe” ist ein Begriff aus dem Chinesischen und bedeutet “zwei Blätter”. Damit sind die obersten beiden Blätter der Teepflanz gemeint, die besonders zart sind und für hochwertige Tees zusammen mit der Blattknospe gepflückt werden.
  • Die Qualität des Tees ergibt sich neben der Beschaffenheit des Blattgutes aus der jeweiligen Teesorte, dem Anbaugebiet (Lage der Plantage), der Jahreszeit (und der herrschenden Witterung) sowie dem “Rezept” der Verarbeitung des entsprechenden Teegartens.
    Grundsätzlich lässt sich feststellen, dass Tee in höher gelegenen Teegärten langsamer wächst und daher ein feineres Aroma entwickelt, während Tee aus tieferen Lagen meist kräftiger ist.

Bekannte Teesorten

Assam: Der Name “Assam” bezieht sich auf das größte, zusammenhängende Tee-Anbaugebiet der Welt in Nord-Indien. Der Tee ist kräftig, voll und ausgewogen, und weist eine dunkel-rotbraune Färbung auf. Oftmals wird Assam-Tee als Grundlage für die sogenannte Ostfriesische Mischungen verwendet.

Ceylontee: Der sogenannte “Ceylontee” stammt aus Sri Lanka (Ceylon ist die ehemalige Bezeichnung für Sri Lanka). Er ist frisch-aromatische mit eleganter Milde. Seine Färbung tendiert zum Goldenen.

Darjeeling: Der “Darjeeling” gedeiht an den südlichen Ausläufern des Himalaja auf bis zu 2000 Metern Höhe. Für ihn gibt es drei Haupterntezeiten, die seine Beschaffenheit maßgeblich beeinflussen:

  • First Flush: Diese Frühlingsflückung ergibt einen zarten, hellen und duftigen Tee.
  • Second Flush: Diese zweite Flückung erfolgt im Sommer und ergibt einen kräftigeren Tee mit abgerundetem Aroma.
  • Autumnals: So wird die Herbstflückung bezeichnet, die keinen ganz so kräftigen Tee ergibt wie die Second Flush. Der Tee ist leicht im Geschmack.

Sencha: Sencha ist ein Grüntee aus Japan oder China. Er hat ein frisches, heuartiges Aroma, ist leicht mit gelblich-grünem Aufguss.

Weißer Tee: Der sogenannte Weiße Tee wird zumeist nur aus dem ersten Blatt sowie der Knospe hergestellt. Damit stellt er eine besondere Spezialität dar. Man kann sich vorstellen, dass das Pflücken deutlich mehr Zeit erfordert.

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