„Forum Nachhaltiger Kakao“ gegründet

Apr 7, 2012 by     1 Comment    Posted under: Fairer Handel Aktuelles, Schokolade / Kakao

Am 29. März haben das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucher (BMELV) und das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) in Berlin die Gründung des „Forums Nachhaltiger Kakao“ bekannt gegeben. Das Bündnis aus Regierungsvertretern, Unternehmen und Zertifizierern hat sich das Ziel gesetzt, Wege zu einem nachhaltigen Kakaoanbau zu finden.
Zu bedauern ist allerdings, dass der Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI) bereits im Vorfeld seine eigene Zielvorgabe bekannt gegeben hat, wonach bis zum Jahr 2020 lediglich 50 % des in Deutschland benötigten Kakaos aus nachhaltigem Anbau stammen soll. Insgesamt verbraucht Deutschland 12 % des weltweit angebauten Kakaos.

Für Westafrika von besonderer Bedeutung

Der Aufbau einer nachhaltigen Kakao-Wirtschaft ist insbesondere für Westafrika von großer Bedeutung, von wo 90 % des in Deutschland verbrauchten Kakaos kommt. Aufgrund der bisherigen Strukturen, sind die Einnahmen der Kleinbauern so gering, dass Kinder zum Arbeiten auf die Kakaoplantagen geschickt werden. Allein in Ghana und der Elfenbeinküste arbeiten aktuellen Studien zufolge jeweils mehr als 250.000 Kinder auf Kakaoplantagen. Die Arbeit ist in vielen Fällen gesundheitsgefährdend.

Die Situation der Kleinbauern muss verbessert werden

Es ist daher höchste Zeit, dass sich alle Beteiligten der Wertschöpfungskette für Kakao zusammenschließen und gemeinsam dazu beitragen, die Situation der Kakaobauern zu verbessern. „Bei den Debatten werden wir auch um die Frage der Preise nicht herumkommen. Der inflationsbereinigte Preis für Kakao ist über viele Jahre gesunken und zugleich war Schokolade nie billiger als heute. Dies ist die eigentliche Ursache für Kinderarbeit und die schlechten Lebensverhältnisse der Kakaobauern”, so Friedel Hütz-Adams, der für SÜDWIND mehrere Studien zum Kakaomarkt verfasst hat.

 

Quelle: Pressemeldung von SÜDWIND e.V.

1 Comment + Add Comment

  • Gerade beim Kakao fällt es meiner Meinung nach noch viel zu sehr unter den Tisch, wie schrecklich die Arbeitsbedingungen. Und der hier im Text verwendete Begriff Kinderarbeit, der ja für sich allein genommen schon schlimm genug ist, stellt eigentlich eine Verharmlosung dar. Insbesonders in West-Afrika handelt es sich bei der Kinderarbeit auf den Kakaoplantagen meist um KinderSKLAVENarbeit.
    Zwei Artikel, die mir die Augen in Bezug auf Schokolade geöffnet haben, möchte ich hier verlinken.
    Seit dem ich das las, esse ich keine Schokolade mehr, oder nur noch welche mit dem Fairtrade-Siegel, dem ich vertraue.
    Zart, aber bitter – Kinderarbeit in der Schokoladenindustrie
    http://direkteaktion.over-blog.de/article-32135413.html

    Kinderschokolade (Greenpeace-Magazin)
    http://www.greenpeace-magazin.de/index.php?id=5752

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