Fair Trade und organic farming in Sri Lanka: Mein Reisebericht

Oct 28, 2012 by     6 Comments    Posted under: Fairer Handel Aktuelles, ShopsAusTopMenu, Sri Lanka

Im Zusammenhang mit meinem Promotionsvorhabens habe ich im Oktober die Firma Bio Foods in der Region Kandy, Sri Lanka besucht.

Biofoods Sri Lanka

Bio Foods (Pvt.) Ltd. ist eine Verarbeitungs- und Exportfirma und unterstützt die beiden Kleinbauernkooperativen SOFA (The Small Organic Farmers’ Association) und MOPA (Marginalized Organic Producers Association) durch das Bereitstellen von Technologien, Anleitungen sowie Hilfestellung im Zusammenhang mit Bio- und Bio-dynamischen Anbaumethoden. Außerdem tragen finanzielle Hilfen wie Vorfinanzierung und Fairtrade-Prämie dazu bei, höherwertige Produkte zu produzieren, die die Produzenten zu einem besseren Preis auf den (internationalen) Märkten absetzen können.
MOPA ist als Fair Trade Erzeugerkooperative registriert und umfasst rund 800 Mitglieder (Produzenteneinheiten), die auf etwa 1640 Hektar Fläche Landwirtschaft betreiben.

Die Kooperative MOPA besteht aus 27 sogenannten Farmer Societies. Ich habe zwei Farmer Societies besucht: Spice Farmers und Coconut Farmers. In diesen Farmer-Gruppen werden die Produkte sowohl biologisch als auch biodynamisch angebaut sowie unter Fair Trade-Bedingungen vertrieben. Da die meisten Sri Lankaner Buddhisten sind und nach buddhistischen Grundsätzen leben, fügen sich diese natürlichen Anbauweisen harmonisch in die gesellschaftliche Struktur ein.

Kandy Garden

Ein traditioneller Kandyian Home Garden

Die Spice Farmer Society, die ich besucht habe, befindet sich in dem kleinen Dorf Kumburegame nördlich von Kandy. Dort zeigte uns ein Bauer sein Land und erzählte uns stolz von seiner erfolgreichen Muskatnussernte. Alle Produkte werden in traditioneller Weise im sogenannten Kandyian Home Garden als Mischkultur mit weiteren Pflanzen angebaut.
Die Produkte, die von Bio Foods vertrieben werden sind Muskatnüsse, Kurkuma, Ingwer, Pfeffer und Gewürznelken. Daneben wachsen Obstbäume, wie Bananen und Papaya in harmonischer Weise. Diese Form der Mischkultur stellt eine nachhaltige Anbauweise dar und erhält die Biodiversität.

Spice Garden

Ein Bauer zeigte mir sein Land. Anusha von Bio Foods stand mir als Dolmetscher zur Seite.

Farmer Society

Besuch beim Thero und Präsidenten der Spice Farmer Society

Jede Farmer Society hat einen Präsidenten, der von der Gemeinschaft gewählt wird. In dieser Spice-Farmer Society ist der Präsident der Thero (buddhistischer Priester) der Dorfgemeinschaft. Der Dorftempel steht im Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens der Dorfbewohner. Der Thero stellt eine Autorität dar, somit ist seine Wahl zum Präsidenten leicht nachvollziehbar.

Tempelland

Tempelland mit Kurkuma im Vordergrund

Zum Tempel gehört Tempelland, das ebenfalls nachhaltig bewirtschaftet wird und dessen Produkte über den Fairen Handel abgesetzt werden.

Coconut-Garden

Die Coconut Farmer Society, die ich besucht habe, befindet sich in Dankotuwa, in der Nähe von Giriulla. Neben dem Besuch des Präsidenten der Farmer Gruppe, wurden wir von dem Kokosnuss-Farmer Subasinghe Thushara Kokila und seiner Familie freundlich empfangen. Er bewirtschaftet sein Land zusammen mit seinem Bruder. Zum Hof gehören 50 Milchkühe, deren Mist in der Landwirtschaft eingesetzt wird. Daneben bauen sie weitere Pflanzen an, wie Ananas, Papaya und der in Sri Lanka traditionell geschätzten Pflanze Gotu Kola. Sie fügen sich harmonisch in die Pflanzengemeinschaft ein.

Coconut Farmer


Coconut Farmer

Ich habe mit den Kleinbauern über die sozialen und wirtschaftlichen Einflüsse des ökologischen Landbaus sowie des Fairen Handels gesprochen. Sie haben mir sowohl eine positive gesundheitliche Wirkung als auch die finanziellen Vorteile bestätigt. Besonders wichtig waren ihnen die gesundheitlichen Aspekte. Leider spricht sich Sri Lankas Regierung massiv für künstliche Düngemittel undPestizide aus, denn der kurzfristige Erfolg steht in der aktuellen Politik im Vordergrund. Erfreulicherweise gibt es aber auch Unternehmen wie Bio Foods, bei denen nachhaltiges Wirtschaftenan erster Stelle steht. Sie beeinflussen die Zukunft des Landes in positiver Weise. Bio Foods bzw. die Kooperativen MOPA und SOFA beliefern unter anderem Gepa, Demeter und Rapunzel.

Nächstes Jahr fliege ich wieder nach Sri Lanka, um weitere Aspekte zu erörtern und zu vertiefen.

Mehr Informationen zu Bio Foods, MOPA und SOFA unter www.biofoodslk.com.

6 Comments + Add Comment

  • Ich würde gerne mit Ihnen in Kontakt bleiben, weil mich das Thema interessiert. Wir sind Reiseveranstalter für Sri Lanka und haben ein kleines Guesthouse in Negombo.

    Viele Grüße

    Hans

  • Hallo Anna,
    Was du machst klingt sehr spannend. Ich habe einen Blog über eine Fairtrade-Kooperative in Peru. Kann ich deinen Blog mit meinem verlinken?

  • Hallo Maren,

    ja klar, gerne!

  • Liebe Anna, SOFA ist einer Kampagnen-Partner bei unserer Aktion “Kleinbauern säen die Zukunft”. Dein Bericht ist spannend. Wir haben auf unserer Website auch viele Fotos von SOFA. Wann planst du deinen nächsten Aufenthalt in Sri Lanka? Herzliche Grüße & alles Gute, Anna Hirt

    • Hallo Anna,
      ich werde es wohl erst wieder im September schaffen.
      Viele Grüße,
      Anna

  • […] In der ersten Kategorie haben die Kibinge Coffee Farmers Cooperative Society, Ltd. (Afrika), die Marginalised Organic Producers Association (MOPA) in Sri Lanka (Asien) und die Cooperativa Caficultores de Antioquia in Colombia (Lateinamerika/Karibik) gewonnen. (Über MOPA habe ich bereits im Zusammenhang mit meiner Forschungsreise berichtet.) […]

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