Nachhaltige und Fair Trade Siegel im Vergleich

Nov 12, 2012 by     10 Kommentare    Posted under: Bananen, Fairer Handel Allgemein, ShopsAusTopMenu

Das Fairtrade-Siegel wird von TransFair e.V. vergeben und ist natürlich ein Fair Trade-Siegel, also ein Siegel des Fairen Handels. Es gibt aber noch andere Fair Trade-Siegel. Und es gibt wichtige Fairhandels-Akteure, die konsequent auf das Fairtrade-Siegel verzichten, aber dennoch fair handeln. Bei diesem Thema kommt es oft zu Verwechslungen und Missverständnissen. Daher liste ich an dieser Stelle die wichtigsten Fair Trade-Siegel und Fairhandels-Akteure auf:

Fairtrade

fairTradeLogo
Das Fairtrade-Siegel wird in Deutschland von TransFair e.V. vergeben. Die Vergabe ist an eine Reihe von Kriterien geknüpft, die von der FLO (Fairtrade Labelling Organisations International) entwickelt und festgelegt werden. Zu den Kriterien zählen unter anderem der direkte Handel ohne Zwischenhändler, Vorfinanzierung und langfristige Lieferbeziehungen, ökologische Standards, garantierte Mindestpreise und die so genannte Fairtrade-Prämie. Das Fairtrade-Siegel wird hauptsächlich für Lebensmittel vergeben.

WFTO “Guaranteed Fair Trade”

Fair-Trade-Siegel der WFTOBei der WFTO (World Fair Trade Organization) handelt es sich um einen Zusammenschluss der Fair-Handelsorganisationen weltweit. Ursprünglich wurde sie als “International Federation of Alternative Trade” (IFAT) im Jahr 1989 gegründet. Ihre Mitglieder setzen sich aus Unternehmen und Organisationen der gesamten Fair-Trade-Handelskette zusammen, das heißt aus Import, Export, Produktion, Marketing und Verkauf.
Das Fair-Trade-Siegel der WFTO besagt, dass eine Organisation oder ein Produkt in der Gesamtheit anhand von zehn Kriterien überprüft wurden und diese erfüllen. Langfristig soll das Label ein weltweit gültiger Hinweis darauf sein, dass eine Organisation, ein Weltladen oder ein Produkt zu 100 Prozent und in der kompletten Wertschöpfungskette dem Fairen Handel angehören.

Hand in Hand – Organic Rapunzel Fairtrade

Rapunzel-Hand-in-Hand
Das Siegel “Hand in Hand” ist das firmeneigene Fairhandels-Siegel von Rapunzel. Es wird nur von Rapunzel oder mit der ausdrücklichen Genehmigung von Rapunzel auf Produkten verwendet, deren Zutaten zu über 50% von “Hand in Hand”-Lieferanten stammen und zu “Hand in Hand”-Konditionen bezogen wurden. Es ist gleichzeitig ein Bio-Siegel. Die Gegenüberstellung der “Hand in Hand”-Standards und FLO-Standards gibt es auf der Rapunzel-Homepage.

Naturland Fair

Naturland-Fair
“Naturland Fair” ist das Fairhandels-Siegel von Naturland. Naturland hat es in enger Zusammenarbeit mit den Fairhandelshäusern entwickelt und weltweit geltende Fair Trade-Richtlinien festgelegt. Bestehende Standards, wie die von FINE, der internationalen Dachorganisation des Fairen Handels, galten in der Entwicklung der Naturland Fair Richtlinien als Mindestanforderungen. Mehr hierzu auf der Homepage von Naturland.

Fairglobe-Lidl

Fairglobe

Fairglobe ist das firmeneigene Fairhandels-Siegel von Lidl. Der Bundesverband “Die Verbraucher Initiative e.V.” gibt auf seiner Homepage Auskunft über die Vergabekriterien.

One World

One-World-Aldi
“One World” ist das firmeneigene Fairhandels-Siegel von Aldi. Der Bundesverband “Die Verbraucher Initiative e.V.” gibt auf seiner Homepage Auskunft über die Vergabekriterien.

Fair for life

Fair for life Siegel
IMO – Fair for life: Das Institut für Marktökologie (IMO) ist eine Bio-Kontrollstelle und gehört zur Schweizer Bio-Stiftung. Mit ihr hat IMO 2006 einen eigenen Fair Trade-Standard entwickelt. Der Standard lehnt sich eng an die Richtlinien von Fairtrade International (FLO) an.
Die Zertifizierung beschränkt sich dabei nicht nur auf die ProduzentInnen, sondern bezieht alle Akteure der Wertschöpfungskette mit ein.

Ecocert

Fair Trade Ecocert
ECOCERT ist der größte Bio-Zertifizierer in Frankreich und hat einen eigenen Standard für den Fairen Handel entwickelt. Als
Grundlage des Standards dienten die „Definitionen des Fairen Handels“ des Fairtrade-Netzwerkes FINE, die Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation ILO und die Vorgaben der französischen Zertifizierungsorganisationen.

Utz Certified

utz certified
Das Zertifizierungsprogramm Utz Certified wurde 1997 von guatemaltekischen KaffeeproduzentInnen und dem niederländischen Röster Ahold Coffee Company gegründet. Die landwirtschaftlichen Kriterien von UTZ Certified gehen vom privatwirtschaftlichen Standard GlobalGAP, früher EurepGAP, für gute landwirtschaftliche Praxis aus.
Die sozialen Kriterien orientieren sich an Konventionen der International Labour Organization (ILO). Es gibt keinen Mindestpreis, sondern „verhandelbare Nachhaltigkeitsaufschläge“ und keine Vorfinanzierung.

GOTS (Global Organic Standard)

Global Organic Textile Standard

Die GOTS-Zertifizierung hat zum Ziel, ökologische & soziale Standards für Textilien von der Ausgangsfaser bis zum Endprodukt zu definieren. Mehr Informationen zum GOTS-Siegel.

OEKO-TEX® Standard 100plus

Oeko-Tex-100-plus

Der OEKO-TEX® Standard 100plus ist ein unabhängiges Prüf- und Zertifizierungssystem. Produkte mit diesem Siegel sind schadstoffgeprüft nach OEKO-TEX® Standard 100 und wurden ausschließlich in umwelt- und sozialverträglichen Betrieben gemäß OEKO-TEX® Standard 1000 hergestellt. Mehr dazu auf der Öko-Tex Homepage.

Flowerlabel

FLP

Das Flowerlabel ist ein Gütesiegel für Schnittblumen, die unter Sozial- und Umweltstandards produziert werden. Das Siegel wird von dem gemeinnützigen Verein FLP (Flower Label Program e.V.) an Blumenfarmen vergeben,

Goodweave

Logo des Siegels Goodweave

Goodweave ist ein Gütesiegel für Teppiche, deren Herstellung nicht mit Kinderarbeit erfolgt ist. Es wird durch die Organisation GoodWeave International e.V. für entsprechende Teppiche aus Nepal und Indien vergeben.

Akteure, die auf das Fairtrade-Siegel verzichten

gepa fair +

gepa FairPlus Zeichen

Der fair plus-Button von gepa ist kein Siegel in eigentlichem Sinn. gepa gehört zu den Pionieren unter den Fairhandelsunternehmen und weist mit diesem Button auf die Mehrleistungen des Unternehmens hin. gepa verzichtet mittlerweile bei einem Teil seiner Produkte auf das Fairtrade-Siegel. Mehr dazu hier: Gepa macht Mehrwert sichtbar.

El Puente

El Puente ist ebenfalls ein Pionier unter den Fair-Handels-Akteuren und verzichtet grundsätzlich auf das Fairtrade-Siegel. Mehr dazu: Fairer Handel: Rückblick und Ausblick.

Contigo

Aus den gleichen Gründen wie El Puente verzichtet Contigo ebenfalls auf das Fairtrade-Siegel. > Mehr zu den Fairhandels-Bedingungen von Contigo.

dwp eG (Dritte Welt Partner)

Nach GEPA und El Puente ist die dwp eG der drittgrößte Fairhandelsimporteur Deutschlands. Bei Lebensmitteln liegt der faire Preis in der Regel deutlich über Weltmarkniveau und übertrifft oftmals die Mindestpreise von FLO. Mehr dazu auf der Homepage von dwp.

Banafair

Banafair

Banafair ist eine Importgesellschaft, die seit 1986 Bananen zu Fair-Trade-Bedingungen nach Europa einführt und vertreibt.Banafair ist Gründungsmitglied des Forum Fairer Handel sowie des seit 1993 bestehenden europäischen Netzwerkes von Nichtregierungsorganisationen EUROBAN (European Banana Action Network). Die Arbeit von Banafair stüzt sich auf drei Säulen: Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit, Fairer Handel mit Kleinbauern sowie finanzielle Unterstützung von Partnerorganisationen in Lateinamerika und in der Karibik.

10 Kommentare + Kommentar hinzufügen

Beitrag kommentieren:

XHTML: Sie können folgende Tags verwenden: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>