Kampagne gegen den Missbrauch von Supermarkt-Macht

Jul 6, 2013 by     Comments Off on Kampagne gegen den Missbrauch von Supermarkt-Macht    Posted under: Fairer Handel Aktuelles, Früchte, ShopsAusTopMenu

In drei Monaten findet die Bundestagswahl statt. Make Fruit Fair! und die Supermarktinitiative fordern gemeinsam, den Missbrauch von Supermarkt-Macht zu stoppen.

Die fünf führenden Supermarktketten Edeka, Rewe, Aldi, die Schwarzgruppe (Lidl und Kaufland) und Metro teilen sich rund 90 Prozent des Marktes. Von der unverhältnismäßigen Konzentration im Einzelhandel sind im besonderen Hersteller und Erzeuger betroffen. Sie führt nicht nur zu sinkenden Erzeugerpreisen, sondern darüber hinaus auch zu unfairen Einkaufspraktiken. Für die Arbeitnehmer/innen in den Erzeugerländern bedeutet dies: Menschenrechtsverletzungen, prekäre Arbeitsverhältnisse, mehr unbezahlte Überstunden, niedrige Löhne sowie negative ökologische Auswirkungen. Und auch die deutschen Arbeitnehmer/innen sind zunehmend betroffen.

Make Fruit Fair! und die Supermarkt-Initiative fordern:

  • die Reform der Wettbewerbsregeln zur Zusammenschlusskontrolle angesichts der fortschreitenden Marktkonzentration im Lebensmitteleinzelhandel hin zu einer Absenkung des Schwellenwerts für die Vermutung einer marktbeherrschenden Stellung;
  • die Gewährleistung der Anonymität bei Klagen im Rahmen der Missbrauchsaufsicht, z.B. durch die Aufnahme eines Beispielskatalog typischer unzulässiger unfairer Einkaufspraktiken gegenüber Herstellern, unabhängig von einer Feststellung der Abhängigkeit der Lieferanten, in das Kartellgesetz;
  • die Schaffung eines Verhaltenskodex zu fairen Handelspraktiken sowie die Einführung bindender Rechenschafts- und Publizitätspflichten und Vertragsstrafen zur Kontrolle der Einhaltung des Kodex;
  • die Einrichtung einer Schlichtungsstelle, die proaktiv und selbständig den Einsatz unfairer Einkaufspraktiken ermittelt, überwacht und jährlich dokumentiert. Die Beschlüsse der Schlichtungsstelle sollten bindend sein und mit wirkungsvollen Bußgeldern belegt werden.
  • dass Unternehmen verpflichtet werden, Informationen zu sozialen und ökologischen Bedingungen in der Lieferkette offenzulegen;
  • die Einführung gesetzlicher Sorgfaltspflichten zur Einhaltung von Menschenrechten entlang der Lieferkette. Soziale  Mindeststandards entlang der Lieferkette müssen unter anderem Regeln zu existenzsichernden Löhnen, zur Gewerkschaftsfreiheit, zu Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz und zur Nichtdiskriminierung von Frauen beinhalten.

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Quelle: Make Fruit Fair!

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