TCO, das neue Fair-Trade-Siegel für IT-Produkte?

Aug 3, 2013 by     No Comments    Posted under: Fairer Handel Aktuelles, Green IT

TCO DevelopmentSebastian Jenkutsch von Faire-Computer.de beschäftigt sich in einem aktuellen Beitrag mit dem TCO-Label. TCO zertifiziert viele IT-Geräte und die Standards beinhalten seit einigen Monaten auch Kriterien für die sozial-verträgliche Herstellung. Könnte es das erste Fair-Label sein für IT-Produkte?

 

Das TCO-Label

TCO Development ist eine Unterorganisation der schwedischen Angestelltengewerkschaft TCO und als solches interessiert an einer guten Arbeitsumgebung.

IT-Produzenten müssen sich um das TCO-Label bewerben und einen jährlichen Beitrag dafür zahlen, dass es auf, unter oder hinter ihren Geräten kleben darf. Es gibt Zertifikate für einzelne Gerätemodelle, also nicht für die Firma an sich. Begutachtet werden die Produktionsstätten, in denen diese Modelle hergestellt werden, ob die Hersteller selbst ihre Produktionsstätten kontrollieren und ob gegebenenfalls verbessernde Maßnahmen umgesetzt werden. Vorherige Stufen des Produktionsprozesses, etwa die Herstellung der elektronischen Komponenten oder die Rohstoffbeschaffung sind nicht Teil des Zertifikats.

Das TCO Zertifikate orientiert sich an Produktkategorien und pro Kategorie gibt es Anforderungen, die stetig verändert bzw. erweitert werden. Die Zertifikate wurden früher mit einer Jahreszahl bezeichnet, heute gibt es eine fortlaufende Nummer, für die grob gilt: je höher die Nummer, desto strenger die Kriterien. Für die Sozialkriterien interessante aktuelle Zertifikate sind z.B. TCO Certified… …Displays 6, …Notebooks 4, …Desktops 4, …Tablets 2 and …All-In-One PCs 2 und …Smartphones 1.

 

Voraussetzungen für die Zertifizierung

Erste Bedingung für die Zertifizierung ist, dass mindestens eine der folgenden drei Kriterien von den IT-Firmen erfüllt wird:

  • Mitgliedschaft bei EICC, einem Selbstverpflichtungsverein der Elektronik-Industrie.
  • Besitz eines SA8000-Zertifikats. Dies ist ein auf ILO- und UN-Normen basierender, von NGOs entwickelter Kriterienkatalog für Social Accountability (SA), der strenger ist als der von EICC.
  • Selbstauskunft gegenüber TCO auf Basis eines Fragebogens (Version 6/2012).

Zweitens ist Voraussetzung, dass es dokumentierte, für TCO einsehbare Managementpraktiken gibt, die im Falle von Verstößen gegen die Standards einen Verbesserungsprozess anstoßen.

Drittens wird ein jährliches, unabhängiges Audit der Produktion des zu zertifizierenden Geräts gefordert. Das setzt voraus, dass TCO die Produktionsstätten kennt und diese für sie jederzeit besuchbar sind.

 

Fazit

Kann das TCO-Label nun das erste Fair-Label für IT-Produkte werden? Sebastian Jenkutsch kommt in seinem Beitrag zu folgendem Fazit:

– Die Sozialkriterien müssen über das übliche Maß (EICC) hinaus gehen, um die Spreu vom Weizen zu trennen. Hier sollten die Kriterien weiter verschärft werden.
– Die Hersteller müssen die Zertifizierung als Vorteil begreifen, weil sie einen Wettbewerbsvorteil bedeutet.
– TCO muss bei Verstößen angemessen reagieren, d.h. Verbesserungen einfordern, überprüfen und gegebenenfalls das Zertifikat entziehen.
– Das Label muss zunehmend zum Kaufkriterium werden, insbesondere bei der öffentlichen Beschaffung.

 

Quelle: http://blog.faire-computer.de/

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