Neues Fairtrade-Kakao-Programm

Feb 8, 2014 by     2 Comments    Posted under: Fairer Handel Aktuelles, Schokolade / Kakao

Fairtrade-Kakao-Programm

Die Absätze von Fairtrade-Kakaoproduzenten versprechen ab 2014 stark anzusteigen. Möglich macht es das neue „Kakao-Programm“ von Fairtrade. „Bisher gab es den klassischen Schokoriegel mit dem Fairtrade-Siegel. Jetzt können Unternehmen zusätzlich Fairtrade-Kakao oder -Zucker als Einzelrohstoff beziehen und über mehrere Sortimente hinweg oder für die Gesamtproduktion verwenden“, sagte TransFair-Geschäftsführer Dieter Overath. Diese weitere Option öffnet Absatzchancen für Kleinbauern. Dies ist dringend nötig, denn Kakaoproduzenten verkaufen bisher nur einen geringen Anteil ihrer Ernte unter Fairtrade-Bedingungen. Bereits zum offiziellen Start der Programme liegen erste Kooperationsverträge mit Handel und Industrie für Kakao-Einkäufe vor. Vorreiter sind Mars, die Rewe Group, Lidl, Kaufland und die Confiserie Riegelein. Allein diese ersten Kooperationen werden den fairen Kakao-Absatz in Deutschland 2014 um rund 6.000 Tonnen fast versechsfachen.

Über eine Million zusätzliche Fairtrade-Prämien durch erste Kooperationen

Fairtrade steht für nachhaltige Produktion, kostendeckende Mindestpreise, Prämien für Gemeinschaftsprojekte und langfristige Handelsbeziehungen. 2013 wurden ersten Hochrechnungen zufolge gut 1.200 Tonnen fair gehandelter Kakao in Deutschland eingesetzt, trotz eines Wachstums von rund sieben Prozent liegt der Marktanteil bei 0,2 Prozent. Derweil steigt die Bedeutung unternehmerischer Nachhaltigkeitsstrategien mit dem Schwerpunkt auf der Beschaffung von Rohstoffen. Damit Fairtrade-Kooperativen von dieser Entwicklung profitieren, erarbeitete Fairtrade die Programme für Kakao, Zucker und Baumwolle. Kooperativen verkaufen ihre Rohware unter Fairtrade-Bedingungen und Unternehmen nutzen diese Rohwaren in verschiedenen Sortimenten, ohne Endprodukte mit dem Fairtrade-Siegel auszuzeichnen. „Wir erwarten allein durch die ersten Zusagen über eine Million Euro zusätzliche Prämiengelder für Produzenten“, so Overath. Die Partner verpflichten sich, die Volumen in den kommenden Jahren auszubauen. Verbraucher erkennen ihre Produkte an dem neuen Programm-Siegel auf der Verpackung.

Elfenbeinküste – die Kakaokammer Westafrikas

Trotz guter Absätze in vielen Produktbereichen, erreicht der Faire Handel besonders Kakao-, Zucker- und Baumwoll-Kooperativen noch zu wenig. Das bestätigte Fortin Bley, Präsident des West Africa Cocoa Network in der Elfenbeinküste. Die Elfenbeinküste gehört neben Ghana zu den wichtigsten kakaoproduzierenden Ländern. „Das ist der Durchbruch, auf den wir lange gewartet haben. Die afrikanischen Kakaobauern warten seit langem auf bessere Verkäufe. Für uns bedeutet das neue Programm, dass wir unsere Fairtrade-Absätze steigern können. Das heißt mehr Prämiengelder für Schulungen zur Produktionssteigerung und damit mehr Einkommen für die Bauern. Und mehr Prämien für Projekte, wie bessere Trinkwasserversorgung, den Bau von Schulen und mehr Veränderung für unsere Gemeinden“, so Bley, selbst Kakaobauer und Generalsekretär der Kakaokooperative CANN. Auch der Beratungsservice für Produzenten wird zukünftig weiter ausgebaut. „Mit Kakao haben wir losgelegt, aber wir gehen fest davon aus, im Verlauf von 2014 Kooperationen für Zucker- und Baumwollbauern bekannt geben zu können“, so Harriet Lamb, Geschäftsführerin von Fairtrade International.

 

Quelle: TransFair e.V.

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