TransFair stellt die aktuelle Entwicklung von Fairtrade-Bio-Produkten vor

Feb 15, 2014 by     1 Kommentar    Posted under: Fairer Handel Aktuelles, ShopsAusTopMenu

Im Rahmen der BioFach-Messe in Nürnberg stellte TransFair erste Hochrechnungen für 2013 vor. Demnach stieg der Anteil der Fairtrade-Lebensmittel mit Bio-Zertifizierung von 52 Prozent 2012 auf aktuell 65 Prozent. „Die Biobranche muss über den eigenen Tellerrand schauen und sich einem ganzheitlichen Ansatz öffnen, der auch soziale Aspekte in den Anbauländern berücksichtigt“, forderte TransFair-Geschäftsführer Dieter Overath. Das Schwerpunktthema der diesjährigen BioFach ‚Organic 3.0‘ zeigt, dass die Dringlichkeit erkannt wurde.

Sehr hohe Bio-Anteile bei Fairtrade-Bananen und -Kaffee

Mit rund 90 Prozent Bio-Anteil bleiben Fairtrade-Bananen der Spitzenreiter des bio-fairen Angebots. Inzwischen stammt jede zweite Bio-Banane in Deutschland aus Fairem Handel. Auch beim Traditionsprodukt Fairtrade-Kaffee haben fast drei Viertel der Bohnen Bio-Qualität, so erste Hochrechnungen für 2013.82 Prozent des fairen Tee-Sortiments tragen ein Bio-Siegel, bei Reis sind es 60 Prozent, bei Schokolade 42 Prozent. „Das Verhältnis zwischen bio und konventionell schwankt. Es ändert sich je nach Einlistung absatzstarker Waren. Der Trend ist aber eindeutig: Sowohl die Vielfalt als auch der Absatz von Fairtrade- und Bio-zertifizierten Produkten steigt kontinuierlich“, erklärte Overath. Pünktlich zur BioFach stellte Neupartner Bananeira seine Fairtrade-Bio-Produktfamilie aus verschiedenen Fruchtsäften und -pürees vor. Neu dabei ist auch die Confiserie-Manufaktur Lanwehr, die gleich zwölf bio-faire Trüffel- und acht Schokoladenvariationen auf den Markt bringt. Insgesamt sind rund 1.900 verschiedene Fairtrade-Bio-Produkte in  42.000 Verkaufsstellen erhältlich – vom klassischen Lebensmitteleinzelhandel, über den Bio-Fachhandel bis hin zu Apotheken.

Fairtrade-Zertifizierung – Entwicklung ganzheitlich begreifen

Umweltschutz ist nur dann möglich, wenn auch die menschliche Entwicklung berücksichtigt wird. Im Kern von Fairtrade stehen kostendeckende Preise, Prämien für Gemeinschaftsprojekte, langfristige Handelsbeziehungen und Arbeitsschutz. Weil der Faire Handel Entwicklung ganzheitlich begreift, sind auch Umweltaspekte fest in den international gültigen Standards verankert. Dazu gehören unter anderem der Schutz von Biodiversität, Primärwäldern und Gewässern, Gentechnikverbot und eine Liste verbotener chemischer Substanzen. Bio-Anbau ist keine Voraussetzung für die Fairtrade-Zertifizierung, „diese Hürde würde gerade die Ärmsten ausschließen“, so Overath. „Zu geringe Pufferzonen zu konventionellem Anbau, ausgelaugte Böden und anfängliche Absatzeinbußen machen Bio als Einstiegskriterium für viele zu schwierig.“ Fairtrade holt die Produzenten an ihrem jeweiligen Entwicklungsstand ab. Die Umstellung auf Bio-Anbau wird gefördert – durch Beratung und Trainings sowie einer zusätzlichen Prämie für Bio-Produkte.

Quelle: Fairtrade Deutschland

Fair und Bio

1 Kommentar + Kommentar hinzufügen

  • Hallo zusammen, eine erfreuliche Entwicklung im Fairtrade-Markt. Die Steigerungsraten zeigen ja deutlich, dass die Verbraucher auch bereit sind die Fairtrade-Philosophie zu unterstützen. Subjektiv gesehen, würde ich mir noch mehr Kampagnen zur Aufklärung wünschen. Mit Aufklärung meine ich vor allem auch kleine Artikel auf den Produkten zum Fairtrademodel oder Bildern der Produktion, der Menschen die dahinter stehen.
    Ich bin sicher die Zahlen gehen auch weiterhin nach oben und der Anteil an fairen Produkten und Handel, sowie vernünftiger Umgang mit den Erzeugern, wird jährlich wachsen.

    Manchmal werden Wünsche wahr…ich wünsche mir das die “globalen Marktbeherrscher” endlich auch einsehen, das gute Produkte nicht immer nur mit Ausbeutung und Ressourcenverschwendung, Umweltvergiftung und zu kurzfristigen Denken zu tun haben muss, um am Markt erfolgreich zu agieren. Fairtrade zeigt dies nun mal mit Zahlen und Fakten deutlich auf. Weiter so..!!! Danke an Alle die mithelfen!

Beitrag kommentieren:

XHTML: Sie können folgende Tags verwenden: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>