Fairtrade-Kosmetik ab sofort in Deutschland erhältlich

Apr 19, 2014 by     No Comments    Posted under: Fairer Handel Aktuelles, Kosmetik

Ob Seife, Duschgel oder Bodylotion – Kosmetikprodukte sind ständige Begleiter unseres Alltags. Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach nachhaltig produzierter Kosmetik immer weiter an. Konsumenten möchten sich für Produkte mit Mehrwert entscheiden, TransFair reagiert auf diesen Trend und führt in Deutschland das Fairtrade-Siegel für Kosmetik ein. Zunächst sind Handcremes, Gesichtscremes und eine Lippenpflegeserie von Fair Squared sowie eine Fußlotion und Zahnreinigungstabs von Lush erhältlich. Für den Hotel- und Gaststättenbereich wird in Kürze eine Pflegeserie des Herstellers ADA Cosmetics International erscheinen. TransFair knüpft mit der Einführung von Fairtrade-Kosmetik an positive Erfahrungen auf dem britischen und schwedischen Markt an.

Die ersten Produkte enthalten Fairtrade-Oliven- und Mandelöl

„Fair Squared bezieht für seine Pflegeprodukte extra natives und bio-zertifiziertes Olivenöl von der Produzentenkooperative Canaan im Westjordanland.“, so Oliver Gothe, Geschäftsführer von Fair Squared. Wie bei allen Fairtrade-Produkten bekommen die Produzenten einen Fairtrade-Mindestpreis und eine Fairtrade-Prämie, mit der sie Gemeinschaftsprojekte umsetzen können. „Canaan arbeitet mit mehr als 1.700 lokalen Kleinbauernbetrieben zusammen, die die Fairtrade-Prämie für Programme in den Bereichen Bildung, Frauenrechte und Umwelt verwenden.“
Mandelöl aus Jenin im Westjordanland ist einer der Rohstoffe für die Fairtrade-Kosmetikprodukte von Lush. Der Faire Handel mit Mandelöl ist ein neuer Produktbereich für die Produzenten, die hauptsächlich Olivenöl anbauen. So konnte eine dauerhafte Unterstützung der Kleinbauern in der Region etabliert werden.

Wie hoch ist der Anteil an Fairtrade-zertifizierten Inhaltsstoffen?

Kosmetikprodukte bestehen meist zu einem großen Teil aus Wasser und nur zu einem sehr kleinen Anteil aus natürlichen oder synthetischen Inhaltsstoffen. Nur die natürlichen Inhaltsstoffe können Fairtrade-zertifiziert sein, daher wurden die Richtlinien darauf ausgerichtet, dass die vorgeschriebenen Fairtrade-Prozentanteile möglichst viele Kosmetikprodukte abdecken. Produkte, die auf der Haut bleiben wie Cremes oder Lippenstifte, müssen zu mindestens fünf Prozent aus zertifizierten Rohstoffen bestehen. Bei Produkten, die abgewaschen werden und bei denen der Wasseranteil sehr groß ist, wie Duschgels oder Shampoos, beträgt der Mindestanteil zwei Prozent.
Bei vielen Produkten können jedoch auch deutlich höhere Anteile erzielt werden, wie zum Beispiel Seifen aus Shea-Butter – hier liegt der Anteil bei 50 Prozent.  Um die Transparenz für die Verbraucher zu gewährleisten wird das Siegel immer in Kombination mit dem Hinweis „mit Fairtrade-Zutaten” auf den Kosmetikartikeln erscheinen. Auf der Produktrückseite müssen zudem die einzelnen Fairtrade-zertifizierten Inhaltsstoffe und ihr prozentualer Anteil am Gesamtprodukt angegeben werden.

Aufbau von Strukturen im Süden

Das Ziel von Fairtrade, die Organisationsstrukturen in den Produzentenländern zu fördern, spiegelt sich auch bei Fairtrade-Kosmetik wider: Zusätzlich zu Fairtrade-Mindestpreis und -Prämie fließen 50 Prozent der Lizenzgebühren, die von den Unternehmen an TransFair gezahlt werden, zurück an Fairtrade International, um Projekte vor Ort zu finanzieren. „Fairtrade ist eine Bewegung, die von Produzenten getragen wird. Damit dies auch umgesetzt werden kann, brauchen wir stärkere Strukturen im Süden“, so Overath. TransFair erhofft sich, dass die Produktpalette an Kosmetik mit Fairtrade-Inhaltsstoffen im weiteren Jahresverlauf wächst. Mehr Verkaufsstellen und weitere Produktkategorien sollen hinzukommen, sodass Verbrauchern die Suche nach nachhaltiger Kosmetik erleichtert wird. Seit Kurzem gibt es zudem die ersten „Fairtrade-Hotelzimmer“, bei denen die Produkte fest eingeplant sind.

 

Fairtrade-Kosmetikprodukte

Fairtrade-Kosmetikprodukte von Lush und Fair Squared (Copyright: TransFair e.V., Miriam Ersch)

Quelle: TransFair e.V.

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