Neue SÜDWIND-Studie: Afrikas weißes Gold. Dreieckhandel mit Baumwolle

Jun 12, 2014 by     No Comments    Posted under: Baumwolle, Fairer Handel Aktuelles

SÜDWIND-Studie Baumwollanbau in AfrikaIm Mittelpunkt der heute veröffentlichten SÜDWIND-Studie steht Afrikas „weißes Gold“ – die Baumwolle, von deren Anbau die Existenzsicherung vieler Millionen AfrikanerInnen abhängt. Die Studie beschreibt die Bedeutung des Baumwollanbaus sowie der ersten Verarbeitungsstufe – der Entkernung und Gewinnung der Baumwollfasern – für viele Millionen Menschen in Sub-Sahara-Afrika und geht auf die Bedeutung der afrikanischen Baumwolle für den Weltmarkt ein.

Dreieckshandel mit afrikanischer Baumwolle

Am Beispiel der Dreiecksbeziehung afrikanische Baumwolle – chinesische Textilproduktion – europäischer Konsum untersucht die Studie die Interessen Chinas und Europas in Afrika: Afrikanische Baumwolle wird zu erheblichen Anteilen nach China und in andere asiatische Länder exportiert, um dort einen wichtigen Rohstoff der Textilverarbeitung zu bilden. Im Rahmen des chinesisch-afrikanischen Kooperationsforums FOCAC werden auch chinesische Investitionen in den afrikanischen Baumwoll- und Textilsektor bis hin zur Einrichtung von Sonderwirtschaftszonen, ‚afrikanischen Shenzhens‘, gefördert. „Angesichts massiver Arbeitsrechtsverletzungen in den chinesischen Sonderwirtschaftszonen mit niedrigen Löhnen, langen Arbeitszeiten und fehlender Gewerkschaftsfreiheit ist aber offen, inwiefern dieses chinesische Engagement in Afrika zur Existenzsicherung für die Bevölkerung in Afrika beiträgt“, so die Autorin der Studie, Dr. Sabine Ferenschild.

Standards im Baumwollanbau – Positive Aspekte und Grenzen

Mit der nun vorliegenden Studie will SÜDWIND einen Beitrag zur Identifizierung ökologischer und sozialer Probleme auf den einzelnen Verarbeitungsstufen der textilen Kette leisten und Ansatzpunkte für Verbesserungen aufzeigen. Deshalb stellt die Studie drei von Europa initiierte Standards im Baumwollanbau, ihre positiven Aspekte wie auch ihre Grenzen vor: Der Faire Handel, die Initiative ‚Cotton made in Africa‘ und die ‚Better Cotton Initiative‘. Alle drei wollen mit Hilfe ihres jeweiligen Standards zur Einkommenssicherung von FarmerInnen in Afrika beitragen, setzen zum Teil auch ökologische Akzente, haben aber bisher große Probleme, ihre zertifizierte Baumwolle als solche zu verkaufen. Ihre Wirksamkeit ist deshalb bisher begrenzt, weswegen diese Initiativen – so die Autorin – „eher als Problemanzeige denn als Lösung verstanden werden“ müssen.

Die Studie  steht ab sofort auf der Homepage des SÜDWIND-Instituts zum Download bereit.

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