Fairtrade International veröffentlicht drei neue Studien zu existenzsichernden Löhnen

Existenzsichernde Löhne sind seit Jahren Teil der Fairtrade Standards für lohnabhängige Beschäftigte. Diese schreiben vor, dass Plantagen den gesetzlichen Mindestlohn zahlen müssen und sich einem existenzsichernden Minimum schrittweise nähern.

Was ist ein existenzsichernder Lohn?

Um die Frage nach einem existenzsichernden Lohn zu klären, muss zunächst erörtert werden, wie viel eine beschäftigte Person benötigt, um beispielsweise die Familie zu ernähren. Dazu hat Fairtrade International die Experten Richard und Martha Anker  herangezogen, methodisch die Kosten der drei Kernpunkte der Existenz – eine gesunde und ausgewogene Ernährung, angemessene Unterkunft und andere Grundbedürfnisse – zu erforschen und kalkulieren. Es wurden Pilot-Daten von verschiedenen ländlichen Arbeiter-Familien aus der Dominikanischen Republik, Malawi und Südafrika gesammelt und ausgewertet.
Die Untersuchungsteams besuchten Produzenten zu Hause sowie Märkte, auf denen Arbeiter Lebensmittel einkaufen , führten Gespräche mit lohnabhängig Beschäftigten, aber auch kleinen Farmbesitzern sowie Kooperativen-Vorständen, Plantagenbetreibern und -besitzern, Gemeindevorständen, Gewerkschaftsmitgliedern, Universitätsprofessoren, Architekten und anderen Experten.
Auch Veröffentlichungen, Berichte und Statistiken von Forschern, Behörden und internationalen Organisationen wurden herangezogen.

Unterstützung leisteten die Organisationen Social Accountability International (SAI), Sustainable Agriculture Network/Rainforest Alliance (SAN/RA), UTZ Certified, Ethical Tea Partnership und Oxfam.

Eine zu überwindende Kluft

Die Ergebnisse aus allen drei Ländern machen deutlich, dass der jeweils nationale Mindestlohn unter den tatsächlichen Lebenshaltungskosten liegt.
„Die Ergebnisse zeigen uns, wie viel Arbeit noch vor uns liegt. Nun haben wir klare Zahlen darüber, was ein existenzsichernder Lohn ist und wissen, welche Kluft es zu überwinden gilt“, so Wilbert Flinterman, Senior Advisor für Arbeitnehmerrechte und Gewerkschaftsbeziehungen bei Fairtrade International.

Der überarbeitete Fairtrade-Standard für Plantagen, der im Juni in Kraft tritt, fordert von den Arbeitgebern, Löhne mit Arbeitnehmervertretern zu verhandeln und die Reallöhne jährlich zu erhöhen, um ein existenzsicherndes Niveau zu erreichen
„Alle Organisationen, die an der Studie beteiligt sind, sind sich einig darüber, dass es kein Patentrezept für eine schnelle Lösung des Problems der zu niedrig angesetzten Löhne in den Entwicklungsländern gibt, die den globalen Markt mit Agrarprodukten bedienen. Sattdessen arbeiten wir daran, die Gründe von Armut unter den Arbeitern zu bekämpfen. Dies geschieht mit gebündelten Kräften in Zusammenarbeit mit anderen Zertifizierungsstellen, NGOs und zahlreichen anderen Interessenvertretern, lokalen Arbeitgebern, Gewerkschaften und Händlern”, betont Flinterman.

Langfristig plant Fairtrade International zusammen mit anderen Organisationen die Einführung existenzsichernder Löhne für alle Regionen der Welt, in denen es Fairtrade-zertifizierte Plantagen gibt.

Weiterführende Links:

 

 

Quelle: Fairtrade Deutschland

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