Die bittere Kehrseite von All-Inclusive-Reisen

Nov 6, 2014 by     1 Comment    Posted under: Fairer Handel Aktuelles, Reisen

Eine neue Studie der tourismuskritischen Organisation Tourism Concern in London informiert über die bittere Kehrseite von All-Inclusive-Reisen: Am unteren Ende der Wertschöpfungskette verschlechtern sich die Arbeitsbedingungen für die Angestellten in Hotels und deren Zulieferbetrieben. Das liegt hauptsächlich am Preiskampf der Reiseveranstalter.

Unterstützt von der Internationalen Union der Lebensmittel-, Landwirtschafts-, Hotel-, Restaurant-, Cafe- und Genußmittelarbeiter-Gewerkschaften (IUL) untersuchte Tourism Concern wie sich Pauschalferien auf die Löhne, Arbeitsbedingungen und Arbeitsrechte in ausgewählten Destinationen auswirken und verglich die Situation in Hotels mit und ohne Pauschalarrangements. Beim Vergleich kamen die Hotels besser weg als die All-Inclusive Resorts, obwohl die Angestellten aller Hotelarten schlecht bezahlt sind und zu ungünstigen Bedingungen arbeiten. Aber die Arbeitnehmer in All-Inclusive Hotels arbeiten unter noch schlechteren Bedingungen. Von den Interviewten stand ein größerer Anteil unter Kurzzeitverträgen mit weniger Sozialleistungen und größerer Arbeitsplatzunsicherheit. Sie verbrachten mehr Zeit mit Gästebetreuung und klagten über mehr unbezahlte Überzeit.

Schon vor zehn Jahren brachte Tourism Concern eine Studie zu den Arbeitsbedingungen in Hotels unter dem Titel “Labour standards, social responsibility and tourism” heraus. Seitdem konnten auf Grund des Drucks der Gewerkschaften, kollektiver Verhandlungen, eines breiteren gesellschaftlichen Dialogs und der Durchsetzung entsprechender Gesetze einzelne positive Beispiele unternehmerischen Engagements verzeichnet werden. Doch die Tourismusbranche muss mehr tun: Sie muss systematisch für angemessene Bezahlung, vernünftige Arbeitszeiten und eine geschützte Arbeitsumgebung sorgen und dasselbe von ihren Geschäftspartnern einfordern.

Der Bericht “The impacts of all-inclusive hotels on working conditions and labour rights in Barbados, Kenya & Tenerife” ist erhältlich bei Tourism Concern.

Die IUL hat eine weltweite Kampagne zur gewerkschaftlichen Organisation von Hausangestellten/Zimmerfrauen lanciert, um für bessere Arbeitszeiten, Arbeitsplatzsicherheit und Gleichberechtigung von Frauen und Männern zu kämpfen.

 

Quelle: fairunterwegs.org

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  • All-Inclusive-Reisen sind langweilig. Aber die viele Menschen sind eher bequem und wollen es sich so einfach wie möglich machen.

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