Bericht von Electronic Watch zum Potential der Öffentlichen Beschaffung in der IKT-Branche

Nov 10, 2014 by     No Comments    Posted under: Fairer Handel Aktuelles, Green IT, Uncategorized

Bericht von Electronics Watch“Winds of Change: Das Potenzial der öffentlichen Beschaffung, die Arbeitsbedingungen in der IKT-Industrie zu verbessern” dokumentiert die unzumutbaren Arbeitsbedingungen in asiatischen IT-Fabriken. Dort kommen mehr als 500 gefährliche Chemikalien zum Einsatz, viele davon führen nachweislich zu einem erhöhten Krebsrisiko. In den letzten Jahren wurde bei Hunderten von ArbeiterInnen in dieser Branche in Südkorea Leukämie und Multiple Sklerose diagnostiziert. Viele der ArbeiterInnen starben bereits. Die Unterstützung einer verantwortungsvollen öffentlichen Beschaffung von elektronischer Hardware durch Electronics Watch ist ein neuer Weg, diesen arbeitsrechtlichen Verletzungen entgegenzutreten.

Der Bericht „“Winds of Change: Das Potenzial der öffentlichen Beschaffung, die Arbeitsbedingungen in der IKT-Industrie zu verbessern“” wurde von Danwatch verfasst und stellt außerdem die Einschüchterungsmaßnahmen heraus, denen ArbeiterInnen von Samsung ausgesetzt sind, die versuchen sich gewerkschaftlich zu organisieren. Zu diesen Maßnahmen gehört das Versetzen von ArbeiterInnen in andere Fabriken, Kündigungen sowie Drohungen gegen die ArbeiterInnen und ihrer Familien.

Die Unterdrückung der Vereinigungsfreiheit und des Rechts auf Kollektivverhandlungen macht es den Arbeitern unmöglich, selbst für faire und gesunde Arbeitsbedingungen zu sorgen. Zur gleichen Zeit geben öffentliche Institution hohe Beträge von Steuergeldern für IT-Produkte aus. Das Europäische Parlament hat das erklärte Ziel bei allen Investitionen sozial verantwortlich zu werden. Das bleibt unmöglich, solange die notwendigen Strukturen in der IT-Industrie fehlen.

Allein Samsung und LG beschäftigen über 400.000 ArbeiterInnen in Südkorea. Samsung ist weltgrößter Hersteller von Halbleitern, Mobiltelefonen und TV-Geräten, LG das viertgrößte Unternehmen in Südkorea. Gemeinsam erwirtschafteten sie 2012 einen Gewinn von über 20 Milliarden Euro weltweit. Obwohl es zivilgesellschaftlichen Organisationen in den letzten zwei Jahren immer wieder gelang, Beweise für arbeitsbedingte Ursachen von Krebserkrankungen zu erbringen und sie die Fälle auch bis vor den Obersten Gerichtshof in Seoul brachten, erhielten nur einige wenige ArbeiterInnen oder Hinterbliebene Entschädigungszahlungen.

Im Mai 2014 veröffentlichte Samsung schließlich eine Stellungnahme, in der sich das Unternehmen bei den Opfern „mutmaßlicher Betriebsunfälle“ und deren Familien entschuldigte und eine Entschädigung versprach. Damit bestätigte Samsung erstmals den Zusammenhang zwischen Arbeitsbedingungen und Krankheiten.

Electronics Watch bietet einen unhabhängigen Monitoring-Service für öffentliche Institutionen in Kooperation mit Gewerkschaften und Arbeitsrechtsgruppen in den Produzentenländern an. Dabei geht es nicht nur um das Überprüfen von Arbeitsbedingungen, sondern auch um das Implementieren von Verbesserungsprogrammen in Produktionsstätten, in denen arbeitsrechtliche Verletzungen festgestellt wurden.

Kürzlich wurde eine Online-Petition auf Avaaz veröffentlicht, die zum Ziel hat tausende von Unterschriften zu sammeln, um nationale Regierungen und öffentliche Organisationen dazu zu bewegen, mit Electronics Watch zusammenzuarbeiten.

 

Quellen:
Good Electroncis
Electronics Watch

www.clean-it.at

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