100m² Tropengarten für einen Jahresbedarf Kaffee

Mar 4, 2015 by     No Comments    Posted under: Fairer Handel Allgemein, Kaffee

Gastbeitrag von Johannes Wagenknecht von Kanwan:

Kaffee-TrinkerInnen ist wahrscheinlich nicht bewusst, wie sich ihre Kaffeewahl auf die Biodiversität unserer Erde auswirkt. Naturnaher Kaffeeanbau hilft dabei, wertvollen Lebensraum für Pflanzen und Tiere zu schützen.

Drastischer Einfluss auf die Biodiversität

Ursprünglich ist Kaffee eine Schattenpflanze. “Traditionell wurde Kaffee daher im Schatten umstehender, großer Bäume angebaut. Bei dieser Methode bleibt ein Teil des natürlichen Lebensraumes erhalten, was mit einer deutlich höheren Artenvielfalt einher geht.” [1] Unter dem ständigen Preisdruck der Märkte wurden mittlerweile Sorten gezüchtet, die – bei reichlich Düngung – unter freiem Himmel wachsen. Damit kann auf Schattenbäume verzichtet werden, der Flächenertrag steigt, maschinelle Bearbeitung wird möglich und die Produktionskosten sinken. Heute kommt der Großteil des Kaffees aus Monokulturen. “Die vorhandenen Studien zeigen einen drastischen Effekt auf die Biodiversität. Unter anderem finden amerikanische Zugvögel in den baumfreien Plantagen keinen Unterschlupf mehr und die Balance aus Schädlingen und Nützlingen, die im traditionellen Kaffeeanbau beobachtet werden kann, versucht man durch den Einsatz von umweltschädlichen Pestiziden auszugleichen.” [2]

Naturnaher Kaffeeanbau schützt wertvollen Lebensraum für Pflanzen und Tiere

Noch gibt es ihn, den naturnahen Kaffeeanbau und es sind mehrere Siegel am Markt, die ihn
zertifizieren. Am Ende sind es aber die Kaffee-TrinkerInnen, die entscheiden, ob diese naturnahe Wirtschaftsweise zunimmt oder abnimmt. Derzeit z.B. bleiben die Bauern in Kolumbien auf ihrem Rainforest-zertifizierten Kaffee sitzen, weil die Konsumenten lieber billigen Kaffee kaufen. Damit sind die großen Plantagen mit den totgespritzten Monokulturen im Vorteil.

Dabei ist es einfach, den Lebensraum von Kolibris und anderen Tieren zu schützen. Um 7,5 kg Kaffee – den Jahresbedarf eines mäßigen Kaffeetrinkers – zu produzieren, sind 100 m² Fläche erforderlich. Fällt die Entscheidung auf einen Kaffee

  • mit Frosch- oder Bio-Siegel oder
  • mit genau bekannter Herkunft und Anbauweise,

dann sind diese 100 m² ein wertvoller Lebensraum für Pflanzen und Tiere.

Daten:

Laut FAO-Statistik[3] werden auf einer Fläche von mehr als 10 Millionen Hektar ca. 9 Millionen Tonnen Rohkaffee geerntet (das entspricht ca. 7,6 Mio. t Röstkaffee). WIE der Kaffee auf dieser Fläche angebaut wird, hat daher enorme Auswirkungen auf die Biodiversität unserer Erde.

Kolibri, ein typischer Bewohner der Tropengärten

Quellen:

(1,2) Wikipedia, http://de.wikipedia.org/wiki/Kaffee, 26.02.2015
(3) FAO: http://faostat3.fao.org/

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