Wer denkt beim Essen schon an die Zukunft des Planeten?

Apr 11, 2015 by     No Comments    Posted under: Fairer Handel Allgemein, Uncategorized

Gastbeitrag von Doreen Brumme:

Wir sitzen mittlerweile zu sechst am Esstisch. Vater, Mutter und vier Kinder. Ich stelle mich tagtäglich mehrmals der Herausforderung, es sechs Geschmäckern recht zu machen. An manchen Tagen gelingt mir das besser als an anderen. Doch die verschiedenen Geschmäcker meiner Familie sind noch nicht mal die höchste Hürde, die zu nehmen ist. Nein, wir Eltern wollen selbstverständlich auch das beste Essen für unsere Familie auftischen. Und wenn ich hier schreibe „das beste Essen “, dann meine ich damit Lebensmittel, die mit Attributen wie frisch, gesund, unverarbeitet, regional, bio und fair gehandelt werden. Bezahlbar soll das Futter natürlich auch sein, nicht vergessen, wir sind zu sechst! Und diesen Ansprüchen an unser Essen zugleich gerecht zu werden, meine Lieben, das ist eine ziemlich komplizierte Aufgabe.

Frühstück – die wichtigste Mahlzeit des Tages! Oder auch nicht …

Als Bio-Journalistin, die sich viel mit dem Thema Ernährung befasst, hatte ich bereits die eine oder andere Gelegenheit, mit Ernährungsexperten über das Frühstück und seine Bedeutung zu sprechen. Mein Fazit nach diversen Interviews und stetiger Recherche: Der Spruch, dass man morgens wie ein Kaiser essen solle, ist längst überholt. Mir passt das gut in den Speiseplan, denn ich bin eine, die überhaupt nicht frühstückt. Mindestens eins meiner Kinder hat diese Angewohnheit „geerbt“, die anderen kommen nach ihrem Vater, der ohne Frühstück nicht in den Tag starten kann. Dennoch ist auch bei ihnen das Frühstück nicht ein Kaiserfressen, sondern ein ganz normales Frühstück. Dort gibt es dann beispielsweise Bio-Brot mit Bio-Honig, Bio-Haferflocken mit Bio-Milch, Bio-Waffeln mit Bio-Schokoaufstrich oder Bio-Obst. Und Bio-Kaffee für den Papa. Ganz nach Geschmack, Verfassung und Zeit. Könnt Ihr Euch vorstellen, wie der Faktor Zeit bei uns morgens Einfluss nimmt? Drei Schulkinder müssen auf den Weg gebracht werden – und wir haben nur ein Bad! Doch das nur nebenbei. Zum Glück schmieren und packen wir die Fresspakete für die Kids schon am Abend zuvor, so dass die vollen Dosen morgens nur aus dem Kühlschrank in die Ranzen und Rucksäcke umgepackt werden müssen. In der Schule gibt’s für meine Kinder Wasser zu trinken, denn das ist nun mal das gesündeste Getränk und macht die geringste Schweinerei, wenn die Flasche mal ausläuft. Unser Wasser zapfen wir morgens direkt aus dem Hahn. Das spart uns den Einkauf samt Schlepperei und Verpackung von Wasser.

Fairtrade Frühstück, alle Rechte TransFair e.V.

Foto: Alle Rechte TransFair e.V.

Ich arbeite als freie Journalistin von daheim aus. Einen Teil meiner bis auf den Säugling kinderfreien Arbeitszeit am Vormittag widme ich der Beschaffung von Lebensmitteln aus Supermarkt, Drogerie und Markt sowie deren Zubereitung. Immerhin kommen die drei größeren Kids mittags aus der Grundschule heim und haben Appetit (von Hunger zu sprechen, wage ich diesbezüglich kaum, denn wer schon mal wirklich hungrige Menschen gesehen hat, weiß um den Unterschied). Ich selbst trinke am Vormittag ein großes Glas heißes Wasser, einen Matcha und womöglich einen Green Smoothie, meine Lieblingsrezepte dazu findet Ihr auf meinem Blog.

Mittagessen – selbst gekochtes Familienritual

Am Mittagstisch sitzen wir alle gemeinsam. Jedes Kind bekommt hier seine exklusive Redezeit und sprudelt wie ein Wasserfall über seinen Schultag. Ich serviere währenddessen das selbst gekochte Mittagessen. Es gibt bei uns viel Gemüse. Reichlich Fisch. Ein, zwei Mal die Woche Fleisch. Pasta, Kartoffeln, Kartoffelbrei, Couscous und Spätzle wechseln sich regelmäßig als nahrhafte Beilage oder Star der Mahlzeit ab. Wenn ich beim Einkaufen die Wahl zwischen Bio und herkömmlich habe, greife ich nach Bio, wenn es zugleich regional ist. Aber nur, wenn das Biozeug auch optisch was hermacht. Andernfalls kaufe ich auch gerne „nur“ aus der Region.

Fairer Süßkram: Kakao, Kaffee & Kuchen

Nachmittags haben wir nahezu täglich eine Zwischenmahlzeit, die bei uns eher süß ausfällt. Mal gibt’s Kuchen aus der kleinen Bio-Konditorei unseres Geschmacks und Vertrauens, wobei ich für sechs Teilchen immer gut zwölf bis fünfzehn Euro los bin. Das geht nicht täglich. Deshalb gibt’s mitunter auch mal Schoki auf die Hand. Und schon sind wir bei einem Lieblingsessen unserer Familie. Und nicht nur unserer: Immerhin hat jeder Deutsche im Jahr 2013 mehr als zehn Kilogramm Schokolade konsumiert, also mehr als 100 Tafeln Schokolade (Quelle: Statista). Meine Familie hat daran sicher ihren Anteil. Beim Kauf der Schokolade achten wir auf deren Qualität. Bio-Siegel und FairTrade-Zeichen sind uns wichtig. Nebeneinander auf der Verpackung, wohlbemerkt. Denn andernfalls ist nicht auszuschließen, dass Kinder wie meine den Kakao dafür pflücken müssen. Meine Kinder wissen, dass sie deshalb nur einen Bruchteil der Schokoprodukte im Laden kaufen dürfen – eine Einschränkung, die sie buchstäblich schlucken.

Fairtrade Plätzchen

Frisches AbendBROT

Zum Abend kommt bei uns häufig Brot auf die Teller. Nicht immer Bio-Brot. Aber immer frisches vom Bäcker. Nie abgepacktes. Beschmiert wird das Brot mit Pflanzenmargarine in Bio-Qualität. Die hat nun mal eine bessere Ökobilanz als Butter. Dazu gibt’s Bio-Käse, vegetarische Teewurst und jede Menge Knabbergemüse.
Ihr seht, ein ganz normaler Futtertag in unserer Großfamilie. Wenn ich vieles richtig gemacht habe, wandert bei uns wenig Essen in den Müll. Dazu trägt sicher der Aufwand bei, den ich betreibe mit dem nahezu täglichen Einkauf. Aber auch die Tatsache, dass wir in unserer kleinen Wohnung – wir leben zu sechst auf 67 Quadratmetern – nur einen kleinen Kühlschrank und wenig Platz für Vorräte haben. So sammeln wir nicht viel an und verbrauchen das Eingekaufte zeitnah. Da ich Mindesthaltbarkeitsdaten schon beim Shoppen im Auge behalte, ist das Verwalten unserer Lebensmittel kein Problem.

Über die Autorin
Die Journalistin und Politologin Doreen Brumme (Jahrgang 1971) lebt in Hamburg und arbeitet seit der Geburt ihrer vier Kinder als Freie Journalistin vorwiegend für Online-Medien. Auf ihrem Bio-Blog Insiderin.de befasst Doreen sich mit allem, was das Thema Bio hergibt. Daneben betreut sie ehrenamtlich das Öko-Projekt Ha Nam, das die weltweit erste 100-Prozent abwasserfreie und klimaneutrale Jeans-Veredelung entwickelte. Doreen ist überzeugter Loha, liest englischsprachige Fantasy als Ausgleich zum wirbeligen Alltag mit Job, Mann, vier Kindern und Katze in einer viel zu kleinen, aber dafür zentral gelegenen und somit ökologisch vorteilhaften Wohnung. Bio ist für Doreen nicht nur ein Trend, sondern die einzig akzeptable, weil nachhaltigste Lebensweise, die sie jeden Tag aufs Neue umzusetzen versucht, Ihr Motto: Carpe Diem – Nutze den Tag!

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