Machtkonzentration und unlautere Handelspraktiken

May 20, 2015 by     1 Comment    Posted under: Fairer Handel Aktuelles

Im Vorfeld des G7-Gipfels Anfang Juni fordern die Hauptakteure des Fairen Handels in Deutschland die Bundesregierung auf, soziale Mindeststandards in globalen Lieferketten durchzusetzen. Gemeinsam veröffentlichten das Forum Fairer Handel e.V., Gepa, Misereor, TransFair e.V. und der Weltladen-Dachverband e.V.  die deutsche Fassung einer aktuellen Studie des Fair Trade Advocacy Office in Brüssel zum Thema Marktmacht. Die Studie mit dem Titel „Wer hat die Macht? Machtkonzentration und unlautere Handelspraktiken in landwirtschaftlichen Wertschöpfungsketten“ stellt umfassend die Benachteiligung kleinbäuerlicher Produzenten dar.

Mindeststandards für eine gerechte Globalisierung überfällig

„Wir begrüßen, dass die Bundesregierung die Gestaltung globaler Lieferketten auf die G7-Agenda gesetzt hat“, so Dieter Overath, Geschäftsführer von TransFair (Fairtrade Deutschland). Speziell für landwirtschaftliche Produktionsketten seien Mindeststandards für eine gerechte Globalisierung überfällig. Overath verweist auf die Ergebnisse der aktuellen Studie: „Die extreme Machtkonzentration verhindert Wettbewerb und damit faire Preise und Bedingungen. Darunter leiden insbesondere Kleinbauernkooperativen, deren Existenzgrundlage von ihren Exporten abhängt.“ Overath sieht daher die Regierungen wichtiger Importländer, vor allem der G7, in der Bringschuld: „Wenn soziale Mindeststandards kein Lippenbekenntnis bleiben sollen, müssen die G7 Transparenz in Lieferketten sicherstellen und sich für existenzsichernde Einkommen und Löhne einsetzen.“

Fairer Handel als positives Beispiel

Als positives Beispiel für die Einhaltung von Sozial- und Umweltstandards verweist die Studie auf den Fairen Handel. „Die Prinzipien des Fairen Handels – langfristige Verträge, kostendeckende Preise und transparente Handelsbedingungen – sollten Grundlage des gesamten Handels sein“, fordert daher Robin Roth, Vorstandsvorsitzender des Forums Fairer Handel.

Die englische Originalfassung der Studie „Who’s got the power? Tackling imbalances in agricultural supply chains” wurde in Auftrag gegeben von Fair Trade Advocacy Office (FTAO), Traidcraft, der französischen Fair-Handels-Plattform und Fairtrade Deutschland. Das Fair Trade Advocay Office in Brüssel ist die politische Stimme der internationalen Fair-Handelsbewegung in Brüssel.

Quelle: TransFair e.V.

Bildquelle: BASIC/Camille Poulie

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  • Eine gute Ergänzung hierzu ist die Broschüre „Konzernmacht grenzenlos: Die G7 und die weltweite Ernährung“, die man auf der Homepage von FIAN herunterladen kann: http://www.fian.de/artikelansicht/2015-05-27-75-prozent-des-weltweiten-saatguts-in-der-hand-von-zehn-konzernen/.

    “In der neuen Broschüre „Konzernmacht grenzenlos: Die G7 und die weltweite Ernährung“ haben Brot für die Welt-Evangelischer Entwicklungsdienst, FIAN Deutschland, das Forum Umwelt und Entwicklung, das INKOTA-netzwerk, Misereor, Oxfam Deutschland und die Welthungerhilfe erstmals in dieser Form aktuelle Informationen zusammengetragen, die die Machtkonzentrationen im gesamten Agrarsektor von Saatgut, über Handelspolitik bis hin zum Supermarkt mit Fakten und Beispielen veranschaulichen. Abschließend wird aufgezeigt, an welchen Stellschrauben die G7 drehen müssen, wenn sie tatsächlich zu einer nachhaltigen Bekämpfung von Hunger und Mangelernährung beitragen wollen.” FIAN

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