Das Fairphone 2 kommt!

Dec 4, 2015 by     No Comments    Posted under: DR Kongo, Fairer Handel Aktuelles, Green IT

Die Auslieferung des Fairphone 2 steht kurz bevor. Knapp 530 Euro kostet es und damit mehr als das Fairphone 1, von dem bis heute gut 61.000 Stück verkauft wurden. Das liegt nur zum Teil an der Ausstattung. Ausschlaggebend für den Preis sind Herstellung, Bauweise sowie die verwendeten Materialien.

Die Materialien

Jedes Smartphone enthält rund 40 verschiedene Mineralien, wie Tantal, Wolfram, Kupfer, Eisen, Nickel, Aluminium, Zinn, Silber, Chrom, Gold und Palladium. Jedes Element ist wesentlich für die Funktionalität des Smartphones. Beispielsweise wird Wolfram für den Vibrationsmechnismus verwendet und Tantal wird eingesetzt, um die Kondensatoren kleiner zu machen. All diese Mineralien und Metalle entstammen dem Bergbausektor. Allerdings ist der Bergbausektor in Sachen Nachhaltigkeit eine sehr schwierigen Branche. Umweltverschmutzung, Kinderarbeit und gefährliche Arbeitsbedingungen sind dort an der Tagesordung.

Zum Teil aufgrund des Dodd Frank Act von 2010, sind Konfliktmineralien zunehmend in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt, mit dem Bestreben die Verantworlichkeit im Bergbausektor zu verbessern. Denn Konfliktmineralien finanzieren Rebellengruppen, leisten einen Beitrag zu politischer und wirtschaftlicher Instabilität und vernachlässigen Arbeitsrechte, wie das Recht auf Sicherheit und das Recht auf faire Löhne.
Das Dodd Frank Act beschäftigt sich mit Tantal, Zinn, Wolfram und Gold, die aus der Demokratischen Republik Kongo (DCR) und umliegenden Gebieten stammen. Fairphone konzentriert sich zwar auf die Beschaffung von konfliktfreien Mineralien, meidet diese Konfliktzonen dennoch nicht. Während konfliktfreie Mineralien sicher auch in anderen Ländern verfügbar wären, möchte Fairphone direkt dort arbeiten, wo Alternativen zu den aktuellen Bergbaupraktiken dringend notwendig sind und zur Verbesserung der Lebensgrundlage der lokalen Bevölkerung beitragen.

Herstellung & Produktionskosten

Fairphone ist der einzige Smartphone-Hersteller, der seine Kosten und Investitionen in transparenter Weise offenlegt. Der “Cost Breakdown” zeigt zum Beispiel, dass Fairphone rund 40 Euro pro Gerät für Patentlizenzen ausgeben muss, während die Arbeitsleistung beim Zusammenbau 10 Euro kostet. Den größten Kostenpunkt bilden mit 230 Euro die Komponenten. Um die Beträge besser einordnen zu können, kann man sich dazu den Vergleich zu iPhone 6 anschauen. Lediglich 9 Euro “gönnt” sich Fairphone als Rücklage für unerwartete Kosten und zusätzliche Investitionen. Die Produktionspartner für das Fairphone werden auf Grundlage ihrer Bereitschaft ausgewählt, soziale und ökologische Standards nachhaltig umzusetzten und gemeinsam mit Fairphone langfristig daran zu arbeiten.

Cost Breakdown Fairphone 2

(Die vollständige Auflistung gibt es auf der Cost breakdown Fairphone 2. Copyright Fairphone)

Leicht zu reparieren

Der Besondere am Fairphone 2: Auch Laien können die verschiedenen Module des Fairphone 2 ganz einfach auswechseln. Auf diese Weise möchten die Entwickler eine größere Langlebigkeit gewährleisten. Wer ein neues Modul braucht, wird es im Onlineshop von Fairphone direkt bestellen können. Die Bastler von iFixit haben das Fairphone 2 hinsichtlich seiner Reparaturfreundlichkeit untersucht und dem Gerät als erstem Smartphone überhaupt die volle Punktzahl gegeben!

Fazit

Das Fairphone 2 ist kein High-End-Gerät, aber darum geht es auch nicht! Viel mehr regen die transparente Ausrichtung auf faire Produktionsbedingungen und die moralische Kampfansage an die Konsumgewohnheiten zum Nachdenken an.

Ein Smartphone aus 100 Prozent fair gehandelten Materialien wird es wohl nie geben, das denken auch die Entwickler. Aber sie arbeiten daran so gut es geht und teilen ihre Erkenntnisse mit den Kunden. Das “fair” im Namen ist daher etwas irreführend. Der Begriff “transparent” beschreibt das Fairphone dagegen besser!

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