Make Chocolate fair! – Erfolg für Verbraucherprotest

Dec 11, 2015 by     No Comments    Posted under: Fairer Handel Aktuelles, Schokolade / Kakao

Erstmals haben sich Schokoladenunternehmen öffentlich dazu bekannt, an einer Berechnung zur Höhe eines existenzsichernden Einkommens für Kakaobauernfamilien mitzuwirken. Damit geht die europäische Schokoladenindustrie nach zwei Jahren intensiven Engagements der europäischen Kampagne Make Chocolate Fair! auf eine der zentralsten Forderungen ein. Bei der Übergabe von knapp 123.000 europaweit gesammelten Unterschriften an den Dachverband der Europäischen Süßwarenindustrie (CAOBISCO) in Brüssel versprach deren Geschäftsführerin, dass europäische Schokoladenunternehmen ihre Bemühungen zur Bekämpfung von Kinderarbeit beschleunigen werden. Make Chooclate Fair! kündigte an, in den kommenden Monaten genau zu verfolgen, ob den Versprechen der Schokoladenindustrie auch Taten folgen werden.

Kein konkreter Zeitrahmen

Einen konkreten Zeitrahmen, bis wann eine Berechnungsgrundlage erarbeitet wird und welche Schokoladenunternehmen sich daran beteiligen, wurde von CAOBISCO-Geschäftsführerin Sabine Nafziger offen gelassen. „Make Chocolate Fair! wird genau verfolgen, wie sich die Schokoladenindustrie diesem Thema in den nächsten Monaten annimmt“, kündigte Evelyn Bahn, INKOTA-Kampagnenkoordinatorin von Make Chocolate Fair! an. „Wenn Schokoladenunternehmen den Kampf gegen Kinderarbeit wirklich beschleunigen möchten, dann müssen sie die Armut unter Kakaobauernfamilien bekämpfen. Das heißt auch, dass die Bäuerinnen und Bauern einen fairen Preis für ihren Kakao erhalten müssen. Eine transparente Berechnung für ein existenzsicherndes Einkommen ist dafür eine entscheidende Grundlage.“

Neuer europäischer Standard

Nafziger nannte als wichtiges Instrument zur Zertifizierung und Rückverfolgung von nachhaltigem Kakao die Entwicklung des europaweiten CEN/ISO-Standards. Evelyn Bahn wertet diesen Prozess als grundsätzlich hilfreich: „Es ist allerdings noch völlig offen, wie hoch die Kriterien des CEN/ISO-Standards gesteckt werden. Er darf auf keinen Fall hinter den bereits bestehenden Standards von Fairtrade, UTZ und Rainforest Alliance zurückfallen.“ Solange ein europäischer Standard nicht existiert, müssten Schokoladenunternehmen Kakao durch bestehende Systeme zertifizieren lassen.

Make Chocolate Fair! ist eine europäische Kampagne, die von 117 zivilgesellschaftlichen Organisationen aus 16 europäischen Ländern getragen wird. Die Kampagne wird international von einer wachsenden Zahl von Menschen und Initiativen aus Europa, Afrika und Lateinamerika unterstützt.

Make Chocolate fair Petition

 

Quelle: INKOTA

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