So wird ein Schuh draus – Arbeitsbedingungen in der chinesischen Schuhproduktion

May 5, 2016 by     No Comments    Posted under: China, Fairer Handel Aktuelles, Kleidung

Die von SÜDWIND und INKOTA vorgelegte Studie zu Arbeitsbedingungen in der chinesischen Schuhproduktion lenkt den Blick nach China, dem Land mit der weltweit mit Abstand größten Schuhproduktion. Allein 2014 produzierte China über 15,7 Mrd. Paar Schuhe.

Erschreckendes Bild der Arbeitswelt in der Schuhproduktion

Auf der Grundlage einer Befragung von Beschäftigten aus drei Schuhfabriken in der chinesischen Küstenprovinz Guangdong, die vom SÜDWIND-Partner Globalization Monitor Ende 2015 durchgeführt wurde, zeichnet die Studie ein erschreckendes Bild der Arbeitswelt in der Schuhproduktion und gibt wieder, wie es um Arbeitsrechte in der chinesischen Schuhindustrie derzeit bestellt ist.

„Die befragten Beschäftigten der Zulieferfabriken europäischer Marken wie z.B. Adidas, Clarks und ECCO berichten von zu niedrigen Löhnen, unfreiwilligen Überstunden, mangelndem Schutz vor Gesundheits- und Sicherheitsrisiken, dem Einsatz von staatlicher Gewalt, um Streiks zu unterdrücken, nicht gezahlten Sozialversicherungsbeiträgen und zu geringen Abfindungszahlungen bei Entlassungen“, erläutert Anton Pieper von SÜDWIND, einer der Autoren der Studie.

Arbeitsrechtsverletzungen in der Leder- und Schuhindustrie

„Dabei verfügt China, gerade im Vergleich zu anderen wichtigen Produktionsländern, über eine fortschrittliche Arbeitsgesetzgebung, die ArbeiterInnen auf dem Papier viel Schutz gewährt, auch wenn grundlegende Rechte wie Versammlungs- und Gewerkschaftsfreiheit nach wie vor kaum Berücksichtigung finden“, so Pieper weiter. „Zudem haben heutzutage die meisten großen Schuhunternehmen Verhaltenskodizes, die dazu beitragen sollen, Arbeitsrechtsverletzungen in Zulieferbetrieben einzudämmen.“

In der Vergangenheit wurden die enormen Wachstumszahlen der Branche unter Missachtung international anerkannter Standards wie beispielsweise den ILO-Kernarbeitsnormen erreicht. Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO), eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen, formuliert international geltende Arbeits- und Sozialstandards, die dafür sorgen sollen, dass Arbeitsbedingungen weltweit menschenwürdig sind. China hat viele dieser ILO-Übereinkommen nicht ratifiziert – die Unterdrückung der ArbeiterInnenschaft besteht weiterhin, Arbeitskämpfe werden nach wie vor häufig gewaltsam beendet.

Die Studie steht hier zum Download bereit.

Change your Shoes

Die Studie steht im Zusammenhang mit der Kampagne “Change your Shoes”. Die Kampagne, die von 18 Organisationen getragen wird, beschreitet neue Wege und beschäftigt sich in den nächsten Jahren intensiv mit den Arbeitsbedingungen von Menschen in der Schuhproduktion. Die Kampagne möchte Missstände in der Leder- und Schuhindustrie aufdecken und auf Gesundheits- und Umweltgefährdungen aufmerksam machen.

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