Fairphone leistet Pionierarbeit – Mineralien sind jetzt konfliktfrei

Jul 4, 2016 by     No Comments    Posted under: Fairer Handel Aktuelles, Green IT

Dem niederländischen Social Enterprise Fairphone ist es gelungen, konfliktfreies Wolfram aus Förderstätten in Ruanda in die Liefer- und Produktionskette aufzunehmen. Damit ist Fairphone das erste Unternehmen, das alle vier Mineralien – Zinn, Gold, Tantal und Wolfram – aus konfliktfreien Förderstätten bezieht und ab August 2016 im Fairphone 2 berücksichtigt.

Fairphone 2

(Copyright: Fairphone)

Förderung der vier Mineralien extrem problematisch

Durch die Förderung dieser Konfliktmineralien finanzieren sich in vielen Fällen lokale Rebellengruppen und Warlords. Zudem geht die Förderung oft einher mit unzureichenden Arbeitsbedingungen, Umweltverschmutzung und Menschenrechtsverletzungen, wie Kinderarbeit. Erst Mitte Juni hat sich deshalb die Europäische Union (EU) auf Verhandlungen über Gesetze geeinigt, die den Handel mit Mineralien aus Konfliktregionen erschweren sollen. Bereits im Jahr 2010 wurde der Dodd-Frank Act in den USA beschlossen. Dieser veranlasst seitdem alle US-amerikanischen börsennotierten Produzenten regelmäßig über alle verwendeten Mineralien, die in der Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo) und umliegenden Ländern gefördert werden, zu berichten.

Verantwortungsvoller Umgang mit Mineralien aus Konfliktregionen

Die neuen gesetzlichen Rahmenbedingungen hatten nicht beabsichtigte Auswirkungen in den Ländern, in denen diese Mineralien gefördert werden. So zogen sich die meisten Erzeuger elektronischer Bauteile sowie der Unterhaltungselektronik aus dem Gebiet der DR Kongo und der Region der Großen Afrikanischen Seen zurück. Dies wiederum geriet zu einem schweren wirtschaftlichen Schlag für die lokale Bevölkerung, die bisher auf diese Einkommensquellen angewiesen war. Fairphone strebt stattdessen danach, einen verantwortungsvollen Umgang mit Mineralien aus Konfliktregionen zu finden, um die Menschen dort zu unterstützen.

Fairphone leistet Pionierarbeit

Durch die Zusammenarbeit mit Initiativen wie z. B. der Conflict Free Tinn Initiative (CFTI) und „Solutions for Hope“ konnte Fairphone beginnen, Zinn und Tantal von geprüften konfliktfreien Minen in der Region von Süd Kivu und Katanga in der DR Kongo für das Fairphone 1 zu beziehen. Mit der Produktion des Smartphones 2 konnte das Unternehmen sogar seine Aktivitäten ausbauen. So ist Fairphone seit Beginn dieses Jahres der erste Produzent von Unterhaltungselektronik der Fairtrade Gold in seine Liefer- und Produktionskette integrieren konnte. Mit Wolfram vervollständigt Fairphone sein Bestreben, den Ursprung aller vier, durch den Dood-Frank-Act definierten Konfliktmineralien nachvollziehen zu können.

Konfliktfrei, aber noch nicht fair

Kon­flikt­frei heißt allerdings nur, dass der Abbau oder Han­del der Mineralien kei­nen blu­ti­gen Kon­flikt fi­nan­ziert. Es sagt aber nichts darüber aus, inwieweit Men­schen­rech­te gewahrt wer­den oder die Um­welt geschont wird. Zu einem wirklich fairen Telefon ist es daher noch ein längerer Weg.

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