Fair Play sollte schon vor der Fußball-Weltmeisterschaft beginnen

Jun 14, 2018 by     No Comments    Posted under: Indonesien, Kleidung, Pakistan

Heute beginnt die Fußball-Weltmeisterschaft. Fair Play sollte aber schon vor dem Spiel beginnen. Für die Hersteller von Trikots und Fußbällen ist das aber leider nicht selbstverständlich. Es gibt hier aber auch positive Beispiele wie etwa das Familienunternehmen Bad Boyz Ballfabrik.

Adidas und Nike zahlen Rekordsummen an Fußballer und Hungerlöhne an die Näher/innen ihrer Trikots

Der Bericht “Foul Play” von Éthique sur l’étiquette und Clean Clothes Campaign deckt auf, dass die Hauptsponsoren der Fußball-Weltmeisterschaft Adidas und Nike tausenden Näher/innen in der Lieferkette ihrer Fußballtrikots und -schuhe nur Hungerlöhne zahlen.

Im Rahmen eines neuen Vertrags erhält das deutsche Team von Adidas bis zur nächsten Fußball-Weltmeisterschaft 65 Millionen Euro pro Jahr. Das ist dreimal so viel wie im letzten Vertrag, der in diesem Jahr ausläuft! Die französische Nationalmannschaft verhandelte mit dem Sportgiganten Nike ein nicht weniger erstaunliches Sponsoring von 50,5 Millionen Euro.

Trikot der Fußball-Weltmeisterschaft

(Indonesische Näherin, © Clean Clothes Campaign)

Löhne decken oft nicht einmal die Grundbedürfnisse

Die Löhne der Arbeiter/innen in der Lieferkette von Adidas und Nike folgen diesem Aufwärtstrend hingegen nicht. Ein Großteil der Sportbekleidung von Nike und Adidas wird in Indonesien hergestellt, wo 80 Prozent der Textilarbeiter/innen Frauen sind und zwischen 82 und 200 Euro pro Monat verdienen. Ihre Löhne decken oft nicht einmal die Grundbedürfnisse ab und dieser Anteil ist sogar um 30 Prozent geringer als Anfang der 90. Jahre! Wenn Nike und Adidas ihre Ausrüsterverträge auf dem Niveau von 2012 gehalten hätten, hätten sie genug Geld gespart, um die Löhne für die Arbeiter/innen in ihren Hauptproduktionsländern China, Vietnam, Indonesien und Kambodscha zu decken.

Faire Fußbälle – Es geht auch anders!

Gut 80 Prozent aller Fußbälle werden in Pakistan hergestellt. Dabei geht es in der Regel aber alles andere als fair zu. Das es auch anders geht, zeigt die Bad Boyz Ballfabrik.

Das Familienunternehmen stellt Fußbälle her, die nicht nur fair sind, sondern auch FIFA geprüft und dem Internationalen Matchball Standard entsprechen.

Badboyz Ballfabrik Fairtrade Fußball

(Fairtrade Fußball von der Bad Boyz Ballfabrik.)

Persönliche Kontakte und Budget für besondere Hilfsmaßnahmen

Zu den Herstellern in Pakistan pflegen Bad Boyz seit Jahren intensive & freundschaftliche Kontakte und besuchen diese mindestens einmal pro Jahr. Dabei werden ausführliche Gespräche mit der Geschäftsführung ebenso geführt wie auch direkt mit den Arbeitern. Außerdem stellt das faire Unternehmen ein Budget für besondere Hilfsmaßnahmen zur Verfügung. Dies kann eine finanzielle Unterstützung für die Arbeiter und Arbeiterinnen oder auch eine projektbezogene Hilfe sein.

Soziales Engagement auch in Deutschland

Daneben unterstützt die Bad Boyz Ballfabrik neben dem Fairtrade-Engagement in Pakistan auch viele soziale Projekte in Deutschland mit Spenden von weit mehr als 1000 Bällen jährlich.

Die Fußbälle könnt Ihr in vielen Weltläden kaufen. Hier findet Ihr den nächsten Weltladen in Eurer Nähe.

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