Bongabee – Fair Trade Kaffee aus Kamerun

Aug 25, 2019 by     No Comments    Posted under: Kaffee, Kamerun

Bongabee ist ein kleines Unternehmen, das Tanto Ndzi Wilson in Dresden mit Hilfe von Freunden und seiner Familie im Jahr 2016 gegründet hat.

Der Name Bongabee leitet sich ab von bòŋàbee, was Zusammengehörigkeit oder Einheit in der Sprache Limbum bedeutet. Limbum ist eine Graslandsprache des nord-westlichen Kamerun.

Der Nordwesten Kameruns ist auch die Heimat von Tanto Wilson. Nicht zuletzt deswegen liegen ihm die Kleinbauern dort sehr am Herzen. Der Kaffee stammt aus direktem und fairen Handel mit ihnen und seiner Familie in Nkambé und wird als Rohkaffee an lokale Rösterein und als Röstkaffee an Endkosumenten verkauft. Inspiriert zu dieser Idee hat ihn sein Vater, der sich immer dafür einsetzte, die Lebensumstände seines Stammes zu verbessern.

Tanto Wilson

(Foto: Tanto Wilson (links) beim Besuch seiner Familie in Nkambé.)

Deswegen ist der Kaffee von Bongabee besonders

Die Kaffeebäume wachsen im Gebirge im Nordwesten Kameruns auf 1400–1800 Metern Höhe. Dieses Gebirge liegt auf der Cameroon Vulcanic Line (CVL bzw. Cavoli), die mit ihren mineralreichen Böden und ihrem subtropischen Klima beste Voraussetzungen für den Kaffeeanbau bietet. Die Kaffeekirschen werden dort auf natürlich Weise, unter Rückgriff auf tradiertes Wissen der Kleinbauern ohne Einsatz von Pestiziden angebaut. Sie werden handgepflückt, -verlesen, -gewaschen und von der Äquatorsonne getrocknet.

Bongabee garantiert den Kaffeebauern einen fairen Preis für den Rohkaffee, der mehr als das Doppelte dessen beträgt, was die Bauern von Zwischenhändlern dafür erhalten würden. Dabei setzt sich das Unternehmen dafür ein, dass die Lebensqualität der Bauern um Nkambé nachhaltig verbessert wird. Hierzu werden Projekte durchgeführt – für bessere Erwerbschancen, Bildung, Gesundheit und Umweltschutz des Graslands.

Bongabee ist es außerdem wichtig, Kaffeegenießern und Konsumenten die Geschichte des Kaffeeprojektes näher zu bringen und Verbrauchern zu vermitteln, wie viel Arbeit hinter dem fertigen Produkt steckt. Nicht zuletzt, damit die Kaffeebauern mehr Wertschätzung für ihre Arbeit und ihren Kaffee erhalten.

Kaffeebäuerin in Kamerun beim Pflücken von Kaffeekirschen

Projekte zur Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen

Aus diesem Grunde erschien es Bongabee nur logisch, dem FAIR BAND (Bundesverband für fairen Import und Vertrieb e.V.) beizutreten. Seit 2018 ist das Kaffee-Unternehmen Mitglied im FAIR BAND, welcher sich als transparentes Forum versteht, das den Fairen Handel fördern möchte. Dazu gehört auch eine offene und transparente Kommunikation über die Arbeit und alle Aktivitäten in Kamerun.

So hat Bongabee im Jahr 2018 hauptsächlich daran gearbeitet, die Arbeitsbedingungen der Kaffeebauern zu verbessern. Diesem Punkt kommt große Bedeutung zu, da den Bauern im strukturschwachen Nordwesten Kameruns nur wenige und zumeist veraltete Produktionsmitteln zur Verfügung stehen. Bongabee führte Treffen zum aktiven Wissensaustausch mit den Bauern durch, stellte ihnen Arbeitsutensilien zur Arbeit auf den Feldern und Farmen zur Verfügung und begann an dem Aufbau einer Kaffeeverarbeitungsstation zu arbeiten. Im Austausch mit den Bauern steht das Unternehmen nunmehr kontinuierlich per Telefon. Der Bau der Verarbeitungsstation dauert noch an, da fast schon bürgerkriegsähnliche Unruhen in den englischsprachigen Provinzen des Landes – und damit auch im Nordwesten Kameruns – diesen verzögern.

Die Projektarbeit im Jahr 2019 konzentriert sich deshalb auch auf die Mobilisierung von Hilfsgütern in die von den Unruhen betroffene Region um Nkambé im Nordwesten. Hierzu wurde der Verein Deutschland-Nkambé e.V. gegründet. Mit der Unterstützung der Partnerröstereien ist es Bongabee im Mai diesen Jahres gelungen Spenden zu sammeln und von den Spendengeldern lebensnotwendige, aber knapp gewordene Güter zu den Bauern nach Nkambé zu bringen. Während der Dauer der Unruhen plant Bongabee weitere Spendenaktionen über den Verein durchzuführen und künftig alle weitere sozialen Projekte für die Bauernfamilien und vor allem deren Kinder über diesen laufen zu lassen.

Kaffeebauer in Kamerun

 

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