Fair einkaufen – aber wie? Das Handbuch für fairen Konsum

Nov 1, 2019 by     No Comments    Posted under: Buchtipps

Angesichts des weltweiten Raubbaus an Mensch und Natur, wird es für viele Menschen immer wichtiger, Produkte aus Fair einkaufen - aber wie? Handbuch für fairen Konsumnachhaltiger Produktion zu kaufen. Dies stellt sie aber vor Herausforderungen. Denn in dem Überangebot an Produkten die fairen zu finden, ist gar nicht so einfach. Für alle, die sich einen umfassenden Überblick über faire Produkte verschaffen möchten, denen empfehle ich das Handbuch für fairen Konsum „Fair einkaufen – aber wie?“ von Martina Hahn und Frank Herrmann. Es ist jetzt in der 6. aktualisierten Auflage bei Brandes & Apsel erschienen.

Was ist Fairer Handel?

In den Medien werden Fairer Handel und Fairtrade oftmals gleichgesetzt. Fairtrade bezieht sich auf die Siegelorganisation TransFair e.V., die das Fairtrade-Siegel vergibt. Der Faire Handel geht aber weit darüber hinaus und ist auch deutlich älter als das Fairtrade-System. Das vorliegende Handbuch für fairen Konsum erläutert die Entstehung und die Bedeutung des Fairen Handels und gibt einen Überblick über die Akteure, Mechanismen und wichtigsten Aspekte des Fairen Handels.

Fair gehandelte Produkte von A bis Z

Das Produkt, das am meisten fair gehandelt konsumiert wird, ist Kaffee. Gefolgt von Bananen, die es mittlerweile fast in jedem Supermarkt gibt. Die Produktpalette fair gehandelter Produkte ist aber noch viel viel größer. Das Handbuch für fairen Konsum listet zahlreiche fair gehandelte Produkte von A bis Z auf. Dabei werden sowohl die Probleme in der konventionellen Produktion beleuchtet, genauso wie die Preisgestaltung in der fairen Herstellung. Denn oftmals fragt man sich, wie viel kommt wirklich bei den Bauern/den Produzenten an. Sehr nützlich ist die Tabelle mit einer Auswahl an Herstellern/Anbietern für fair gehandelten Produkte in Deutschland, Österreich und in der Schweiz.

Was macht faire Mode aus?

Nachhaltig hergestellte Mode erfreut sich immer größerer Beliebtheit und der Markt ist teilweise schon unüberschaubar. Aber was ist eigentlich faire und nachhaltige Mode? Tatsächlich ist diese Frage bei Kleidung schwerer zu erklären als bei anderen Konsumartikeln. Denn jedes Kleidungsstück durchläuft während der Herstellung diverse Stationen in mehreren Ländern. Angefangen bei der Produktion des Rohstoffs bis hin zur Verarbeitung der Stoffe und der Veredelung. Das Handbuch für fairen Konsum gibt eine Einführung in das Thema, klärt über die unfairen Praktiken konventioneller Modemarken auf und bietet Einkaufshilfen.

Fairer Handel auch im Tourismus

Tatsächlich läuft es in der Tourismusbranche auch nicht viel anders, als bei Konsumprodukten. Den Großteil des Gewinns streichen die Großkonzerne ein und bei den Einheimischen bleibt nicht viel hängen. Es ist also an der Zeit auch hier eine Veränderung herbeizuführen. Das Handbuch für fairen Konsum erklärt, was sich in Sachen Siegel und Kodizes im Tourismus tut und gibt Hinweise, wo man in Deutschland, Österreich und der Schweiz fair unterwegs sein kann.

Faire Elektronik – Knifflig, aber machbar

Bei Elektronik ist es noch kniffliger als bei Kleidung, den Produktionsprozess nachhaltig zu gestalten. Denn es werden viele Rohstoffe und Einzelteile verbaut, deren Herkunft und Herstellung berücksichtig werden müssen. Allein ein Handy samt Akku enthält mehr als 30 verschiedene Metalle, wie bspw. Kupfer, Kobald und Zinn. Dennoch gibt es bereits erste faire IT-Projekte, die erfolgreich sind, zum Beispiel das Fairphone oder die faire Maus von Nager IT, die auch im Handbuch für fairen Konsum Erwähnung finden. Demgegenüber findet aber noch sehr viel Ausbeutung in der Elektronikindustrie statt. Als Beispiele führt das Handbuch Apple, Samsung und Huawei an und berichtet über Ausbeutung in den Minen, aus denen die Rohstoff gewonnen werden.

Faire Geldanlagen

Nachhaltiges Investment kommt immer mehr „in Mode“. Aber in der Regel kümmern sich Anleger selten darum, wie nachhaltig ihr Geld angelegt ist. Das Handbuch klärt auf, was eigentlich nachhaltige Geldanlagen sind und welche Möglichkeiten es gibt, fair zu investieren.

Fazit – Sehr empfehlenswert!

Insgesamt ist das Handbuch für fairen Konsum gut gegliedert und in verschiedene Kapitel und Unterkapitel unterteilt, die man nach und nach lesen kann. Denn das Buch ist mit über 400 Seiten sehr umfangreich. Es ist aber auch nicht nötig, es komplett von Anfang bis zum Ende zu lesen. Stattdessen kann es als nützliches Nachschlagewerk und zum Vertiefen bereits bestehenden Wissens dienen. Ich kenne mich schon sehr gut im Fairen Handel aus, aber auch ich habe im Buch Neues und Interessantes entdeckt. Interessant finde ich beispielsweise die Passage mit Antworten auf unbequeme Fragen wie „Ist es sinnvoll, neben Kleinbauern auch Plantagen zu zertifizieren?“. Aber auch für absolute Fairhandelsneulinge sind die Inhalte dieses Buches dazu geeignet, einen Einstieg in die Thematik zu finden. Es ist dicht an Informationen, aber nicht überfrachtet. Am Schluss findet der Leser Internetadressen, mit denen er die einzelnen Themen vertiefen kann. Aus meiner Sicht ist „Fair einkaufen – aber wie?“ sowohl für Erfahrene als auch für Neulinge zu empfehlen, um Neues zu lernen und Bekanntes zu vertiefen.

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